Das Madrider Unternehmen PadInTheCity bietet Stadtreisenden an, tageweise iPads zu mieten, die mit einer Reihe von Reise-Applikationen und 3G ausgestattet sind. Die iPads müssen vorab online bestellt und per PayPal oder Kreditkarte bezahlt werden. Die Miete für die Geräte kostet 39 Euro pro Tag. Dafür erhalten die Madrid-Besucher eine Datenflatrate über 3G und iPad-Apps wie “Metro Madrid”, “Lonely Planet Madrid” oder “iSpain”. Die iPads werden zu dem Kunden geliefert und wieder abgeholt. Eine Kaution in Höhe von 390 Euro sorgt dafür, dass das iPad zu seinem regulären Besitzer zurückkehrt.
Quelle: EXECUTIVE TRAVEL TRENDREPORT 5/2011 von trendne
In Österreich bietet z.B. die Firma skill3d ein ähnliches Service: “Mobile Concierge” ist eine mobile Anwendung für Tablets, die Gästen eine Reihe von bequemen Möglichkeiten eröffnet: mehrsprachig, mobiler Reiseführer mit Tipps für Sehenswürdigkeiten, Wanderrouten und kulinarische Angebote …
“Couchsurfing” ist ja nicht wirklich neu und wurde über die letzten Jahre beliebter. Mittlerweile tummeln sich auf der größten Couchsurfing-Website couchsurfing.org ca. 2,7 Mio. Couchsurfer weltweit. Während das Couchsurfing an sich keine kommerziellen Interessen verfolgt, sind in der Zwischenzeit Start-Ups auf dem Markt, die die Idee des Couchsurfings mit Gewinnorientierung verbinden. Das US-Unternehmen airbnb.com lässt seit 2008 Privatpersonen auf einer Internetplattform ihre Zimmer vermitteln. Seit 2009 bietet gloveler.com einen ähnlichen Service an. Stärkeren Schwung bekommt der Trend zur privaten Zimmervermittlung jetzt durch die Gründung des Start-Ups 9flats.com des deutschen Entrepeneurs Stephan Uhrenbacher, der sich auch schon für Qype verantwortlich zeigte. Im Grunde ist 9flats.com eine Kopie des airbnb.com Konzepts. Das Konzept von 9flats.com: Jeder Onliner kann über die Plattform seine Wohnung, ein Zimmer oder eine Couch im Wohnzimmer kostenlos anbieten. Bei jeder Buchung bekommt 9flats.com eine Provision. Die Zahlung zwischen Mieter und Vermieter übernimmt 9flats.com dabei komplett selbst. Ausgezahlt wird der Übernachtungsbetrag allerdings erst nach der ersten Nacht, um den Reisenden abzusichern, dass das Geld erst überwiesen wird, wenn die Leistung erbracht wurde. Bei einem ersten Check der Angebote stelle ich fest, dass die Appartments/Zimmer teilweise wirklich toll sind, aber auch nicht unbedingt billig. Es stellt sich schon die Frage, warum man für ein Privatzimmer ohne Frühstück fast so viel zu zahlen bereit wäre wie für ein Hotelzimmer incl. Frühstück. Auf der anderen Seite hat man die Möglichkeit in wirklich guten Appartments unterzukommen mit authentischem Flair. Hier ein typisches Beispiel einer Wohnung in Wien: Link. Wird jetzt jeder Besitzer einer interessanten Wohnung zum potenziellen Touristiker? Wer füllt die Meldezettel aus?
Screenshot 9flats.com
KLM hat gemeinsam mit Yahoo eine interessante simple Art der Reiseempfehlungssuche entwickelt. Zu Beginn steht die Frage: “Was wollen Sie in ihrem Urlaub tun oder sehen?”, die der Nutzer mit Schlagworten beantwortet. Dann wird nach dem persönlichen Budget für die Reise gefragt. Die dann präsentierten Infos speisen sich aus WikiTravel, Twitter, Flickr und Google Maps. Der Reisende bekommt so einen recht persönlichen Eindruck von möglichen Reisezielen.
Hier der Link: KLM Travlr
TrendOne arbeitet mit 80 Trendscouts weltweit und identifiziert die wichtigsten Microtrends, die in eine Datenbank eingespeist werden und den Nutzern online zur Verfügung stehen. Die Trendscouts berichten von den weltweit innovativsten Produkten, neuen Technologien und kreativen Marketingansätzen. Die Trendanalysten von TrendOne analysieren die Innovationen und ordnen sie Microtrends zu.
Die Innovationen müssen dabei folgende Kriterien erfüllen:
neu
intelligent
leistungsstark
strukturverändernd
Die neuesten Tourismusmicrotrends, die von TrendOne identifiziert werden, finden sich übrigens seit neuestem auch in der “Bulletin”-Zeitschrift der Österreich Werbung.
Ich habe ein interessantes Interview mit Oliver Puhe (Senior TrendAnalyst bei TrendOne) auf der itb geführt. Er hat auch gleich eine interessante Innovation auf seinem ipad vor der Kamera vorgeführt. Anschauen.
Kevin May ist Gründer und Herausgeber der Online-Plattform Tnooz, die sich als AnbietervonNachrichten,Analysen undKommentaren zum Thema eTourisms versteht.
Als Branchenkenner haben wir ihn zum Thema Video- und Bewegtbild im Tourismus sowie nach seiner Einschätzung zum Verhältnis von Suchmaschinen und Social Media gefragt:
Ein Gastbeitrag von Markus Wiesenhofer, International Market Management
Zum Abschluss des ITB Future Days gab Keith Bellows, der Chefredakteur des renommierten Reisemagazins National Geographic Traveler den Teilnehmern eine treffende Analyse zur Situation des Reisejournalismus sowie hilfreiche Tipps für die erfolgreiche PR Arbeit mit auf den Weg. In Zeiten eines tiefgreifenden sozialen, demografischen und technologischen Wandels sind die aktuellen Herausforderungen im Tourismusmarketing und in den Reisemedien sehr ähnlich gelagert. Es geht für beide darum, die Reiseinhalte in den neuen Kanälen und angepasst an die, sich laufend ändernde, Mediennutzung so attraktiv wie möglich aufzubereiten. Bellows zeigte einige aktuelle Reisegeschichten die in Kurzvideos und mittels Social Web Aktivitäten erzählt werden. Zusammengefasst kann man sagen: „It’s a story that matters, not a place“.
Um die erfahrenen und gestressten Reisejournalisten heutzutage noch von einer Destination überzeugen zu können, bedarf es einer sehr sensiblen und professionellen Vorgehensweise in der PR. Bellows illustrierte dazu – jeweils mit sehr anschaulichen Beispielen – 12 Regeln, wie eine Destination erfolgreich in den Medien wahrgenommen wird:
The virtual experience leads to an actual one
Be a discovery not a vacation
Have a unique selling proposition
Be sustainable. Honor your best
Steal from the leaders
Tell stories
Use your citizens
Be aggressively social
Be comfortable being different
Stay true to yourself
Keep innovating
Look forward – the next generation will drive the bus
PR bekommt in Zeiten sozialer Netzwerke und medialer Reizüberflutung eine neue Bedeutung. Werden die von Bellows postulierten Ansätze eingehalten, sind die Chancen groß, dass eine Destination Aufmerksamkeit und Begehrlichkeit auslösen kann. Bellows schloss seinen Vortrag mit einer Liste von Signalwörtern, die symbolisch für die momentane Wertewelt seiner Leser und gleichzeitig für künftig am stärksten nachgefragte Themen in der Reiseberichterstattung stehen: caring, true, deep, authenticity…
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