Statistik blüht auf…

Statistik kann so schön sein wenn man sie in der richtigen Verpackung transportiert. Die OECD hat jetzt einen “Better Life” Index veröffentlicht, der interaktiv erlebbar wird.
Nackte Zahlen wie das BIP, Lebenserwartung, Haushaltseinkommen, etc. werden zu Leben erweckt. Man kann den Index nach seinen persönlichen Präferenzen gewichten und die unterschiedlichen Länder auf Basis von 11 Indikatoren miteinander vergleichen. Für jedes Land gibt es gesonderte Auswertungen (u.a. auch Urlauber pro Jahr). Am besten selbst ausprobieren.
Hier der LINK

oecdbetterlife



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 Holger Sicking am 26.05.2011  

3. Eurobarometer Tourismus Studie der Europäischen Kommission

Die Europäische Kommission hat im Februar die dritte Erhebung zum Reiseverhalten der Europäer durchgeführt und die Ergebnisse nun gratis veröffentlicht.
=> Link zum vollständigen pdf-Bericht
Es wurden wieder Themen wie die Reiseplanung 2011, Informationsverhalten, Organisation der Reise, Urlaubsarten, etc. untersucht. Es ist in dieser Form die umfassendste gratis öffentlich zugängliche Untersuchung in immerhin 27 europäischen Ländern.

Hier einige interessante Ergebnisse der Untersuchung:

Eurobarometer1
Angeführt ist die Reiseintensität (Inland- und Auslandsreisen mit mindestens einer Übernachtung) im europäischen Vergleich. Die nordischen Länder haben die höchste Reiseintensität. Fast 90 Prozent der Bevölkerung hat 2010 eine oder mehr Reisen unternommen.

Eurobarometer2
Die Grafik zeigt die genutzten Verkehrsmittel im Vergleich der letzten 3 Jahre. Es wird immer mehr mit dem Flugzeug verreist zu Lasten des Autos. Hier hat über die letzten Jahre begünstigt durch die Budget-Airlines und z.B. der kommerziellen Nutzung / Öffnung von Regionalflughäfen eine kräftige Veränderung stattgefunden. Die Europäer sind es mittlerweile gewohnt, schnell, bequem und günstig in ihr Urlaubsziel zu fliegen. Österreich steht hier vor großen Herausforderungen.

Eurobarometer3
Das Internet wird bei der Reiseplanung und Informationsbeschaffung immer wichtiger. Soviel ist bekannt. Wie sich die europäischen Länder bei der Informationsbeschaffung über das Internet unterscheiden zeigt die obige Grafik.

Eurobarometer5
Die Bedeutung von klassischen Reiseveranstaltern sinkt seit Jahren zu Gunsten des Internets. Die höchste Bedeutung für die Informationssuche haben Reiseveranstalter momentan in Italien und Spanien.

Eurobarometer4
Die höchste Bedeutung des Inlandstourismus hat für 2011 die Türkei. 78% der Reisen gehen ins Inland. Österreich liegt mit 32% im Mittelfeld. Bei den Österreichischen Befragten waren allerdings zum Zeitpunkt der Erhebung noch 21% unentschlossen, bzw. gaben an, keinen Urlaub machen zu wollen. Im letzten Jahr waren in Österreich zum gleichen Zeitpunkt noch 33% unentschlossen (bzw. gaben an, keinen Urlaub machen zu wollen). Für den Inlandsurlaub hatten sich nur 20% entschieden. Das deutet darauf hin, dass die Urlaubsplanung wieder “nachkrisenbedingt” stabiler geworden ist und dass das Inland als Reiseziel nichts an Attraktivität verloren hat.



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 Holger Sicking am 24.05.2011  

Interview mit Oliver Puhe von TrendOne

TrendOne arbeitet mit 80 Trendscouts weltweit und identifiziert die wichtigsten Microtrends, die in eine Datenbank eingespeist werden und den Nutzern online zur Verfügung stehen. Die Trendscouts berichten von den weltweit innovativsten Produkten, neuen Technologien und kreativen Marketingansätzen. Die Trendanalysten von TrendOne analysieren die Innovationen und ordnen sie Microtrends zu.

Die Innovationen müssen dabei folgende Kriterien erfüllen:

  • neu
  • intelligent
  • leistungsstark
  • strukturverändernd

Die neuesten Tourismusmicrotrends, die von TrendOne identifiziert werden, finden sich übrigens seit neuestem auch in der “Bulletin”-Zeitschrift der Österreich Werbung.
Ich habe ein interessantes Interview mit Oliver Puhe (Senior TrendAnalyst bei TrendOne) auf der itb geführt. Er hat auch gleich eine interessante Innovation auf seinem ipad vor der Kamera vorgeführt. Anschauen.



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 Holger Sicking am 18.03.2011  

Interview mit Ulf Sonntag, Deutsche Reiseanalyse

Die Deutsche Reiseanalyse veröffentlichte pünktlich zur itb Berlin die Deutsche Reiseanalyse 2011 mit interessanten Ergebnissen zu den Urlaubsreisen der Deutschen.
Die wichtigsten Ergebnisse finden sich hier.

Nach der Veröffentlichung der Zahlen habe ich den Marktforscher der Reiseanalyse Ulf Sonntag zu den wichtigsten Ergebnissen interviewt:



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 Holger Sicking am 14.03.2011  

Die Deutschen reisen wieder mehr

Ich hatte gestern einen Marktforschungs-Vortrags-Marathon hinter mir und bin bombardiert worden mit neuen Zahlen, Fakten, Analysen. Ich werde versuchen die wichtigsten Tendenzen aus den neuesten Umfragen auf einen gemeinsamen Punkt zu bringen. Dieses ist nicht so einfach, da die Quellen recht unterschiedlich ausfallen. Es stehen Daten zur Verfügung von IPK International, der Deutschen Reiseanalyse, ADAC Reise-Monitor, BAT Stiftung für Zukunftsfragen, GFK Travelscope bzw. GFK Travel Insight und der Commerzbank Studie. Wir verlassen uns in unseren Analysen zum deutschen Markt in der Regel auf die Auswertungen der Deutschen Reiseanalyse, da die Studie mit 7.700 persönlichen Interviews pro Jahr aus unserer Erfahrung über Jahre die validesten Ergebnisse liefert. Auf internationaler Ebene sind die Ergebnisse von IPK International dank großer Stichprobe und gesicherter Methodik über Jahre die valideste Quelle. GFK geht mit dem Travel Insight methodisch einen interessanten Weg, da nicht Urlauber befragt werden, sondern direkt auf Buchungszahlen von internationalen Reisebüros zugegriffen wird. Seit 2011 werden erstmals auch 20 Online-Buchungsplattform in die Auswertung aufgenommen.

Kurz die wichtigsten Aussagen:
2010 war touristisch bei den deutschen Urlaubern insgesamt ein gutes Jahr, 2011 sollte noch besser werden. Es wird sowohl international als auch bei den Urlaubsreisen der Deutschen von einem Wachstum ausgegangen. Österreich wird von diesem Wachstum aller Voraussicht nach weniger in Bezug auf die Haupturlaube als vielmehr bei den Kurzreisen profitieren können.
Die Zahl der Reisen der Deutschen mit 5+ Tagen Dauer stagnierte 2010 auf hohem Niveau und liegt nun bei 63,3 Mio. Urlaubsreisen. Die Kurzreisen konnten stark zulegen und stiegen von 74,1 Mio. auf 79,7 Mio. Reisen. Österreich liegt bei den Reisen mit 5+ Tagen Dauer hinter Deutschland, Spanien, Italien und der Türkei auf Rang 5 und hat leicht Marktanteile von 5,9% auf 5,6% verloren. Bei den Kurzreisen ist Österreich das mit Abstand beliebteste Reiseziel der Deutschen im Ausland mit insgesamt 4,3 Mio. Kurzreisen in 2010.

IPK International hat gestern die Pressemitteilung zu den aktuellen Ergebnissen des Europäischen Reisemonitors versendet. Hier liegt Österreich mit einem Marktanteil von 17% bei den Europäischen Urlaubsreisen der Deutschen mit einer Reisedauer von 1 Übernachtung und mehr auf dem 1. Platz vor Spanien und Italien. Österreich konnte demnach sogar leicht zulegen während Spanien und Italien leicht verloren in 2010. Hier die vollständige Pressemitteilung.

Erfreulich haben sich die Ausgaben für Urlaubsreisen insgesamt der Deutschen entwickelt in 2010. Hier war ein Plus zu verzeichnen. Für 2011 stehen die Ampeln auf grün. Die wirtschaftlichen Aussichten werden positiv gesehen, die Absicht in den Urlaub zu fahren ist schon zu Jahresbeginn so konkret wie lang nicht. Die Ausgabebereitschaft steigt weiter. Das zeigt sich auch in den tatsächlichen Buchungsdaten laut GFK für den Sommer 2011. Allerdings wird auch auf mögliche Störfaktoren hingewiesen. Belastend für die Nachfrage nach Urlaub in Österreich könnten sich steigende Benzinpreise erweisen. Auch das Thema Inflation könnte in 2011 eine wichtige Rahmenveränderung darstellen.

Die Reisedauer der Deutschen Urlaube insgesamt konnte sich stabilisieren und liegt nunmehr nach 12,2 Tagen in 2009 bei 12,3 Tagen in 2010. Laut den Experten der Dt. Reiseanalyse sollte sich in Bezug auf die Reisedauer mittlerweile ein Boden gebildet haben.

Information / Buchung:
Bei der Organisation und Buchung von Urlaubsreisen setzt sich die Strukturverschiebung fort. Bei den Buchungsstellen gewinnen die Onlineportale und Unterkünfte (direkt) zulasten der Reisebüros. Es werden vermehrt Einzelleistungen auf Kosten von Pauschalreisen gebucht. IPK International weist darauf hin, dass das „Dynamic Packaging“ immer wichtiger wird, also die flexiblere Zusammenstellung von Einzelleistungen in ein Paket.

Die Dt. Reiseanalyse hat 2011 einen interessanten Blick in die Tiefe der Online-Suche geworfen und stellt fest, dass die Online-Urlaubsinformationssucher im Durchschnitt 13 verschieden Websites zur Urlaubsvorbereitung besuchen. 22% der Online-Informierer suchen sogar auf über 20 verschiedenen Websites. Im Durchschnitt verbringen die Online-Informierer 9 Stunden! mit der Urlaubsvorbereitung im Internet. Insgesamt haben 70% der deutschen Bevölkerung einen Online-Zugang, 50% nutzen das Internet für die Urlaubsvorbereitung und 30% buchen über das Internet.
Der Kampf um den Gast wird auf jeden Fall härter. Die vorliegenden Daten zeigen, dass vor allem der deutsche Urlauber immer reiseerfahrener wird und sich für eine immer weiter ansteigende Anzahl von Reisezielen und Urlaubsformen interessiert. Sie sind „multioptional“ und sehen verschiedene Möglichkeiten ihre Urlaubsbedürfnisse zu befriedigen. Destinationen werden dadurch immer austauschbarer, selbst wenn sie sich objektiv betrachtet unterscheiden. Das stellt das Marketing im Tourismus vor große Herausforderungen. Gepaart mit der Tendenz zur vollen Angebots- und Kostentransparenz durch das Internet, wird der Urlauber immer mehr zum „lachenden Dritten“ im harten Wettbewerb der Anbieter. Konsequente Kundenorientierung ist erfolgsrelevant. Eine starke Marke und eine gute Position im „Potential Set“ wichtiger denn je.

Ein weiterer Punkt, der mir erwähnenswert scheint, sei kurz angerissen. Es geht um den Zeitpunkt der Reiseplanung. Gemäß dem ADAC-Reise-Monitor fangen 2/3 der Urlauber spätestens ½ Jahr vor der Reise an, ihren Urlaub zu planen. ½ Jahr vor Reisebeginn haben bereits 65% sich für das Land entschieden, 59% für den Ort und 45% für die Unterkunft. Während Land und Ort konstant blieben, wird die Unterkunft immer später geplant. Das hat sicherlich mit den besseren Hotel-Recherchemöglichkeiten über das Internet zu tun. Betrachtet man sich die tatsächlichen Buchungen über Reisebüros und über Online-Buchungsplattformen (Quelle GFK), zeigt sich, dass 35% aller Reisebüroumsätze 6 Monate und früher (61% 4 Monate und früher) und 26% aller Online-Buchungsumsätze 6 Monate und früher (52% 4 Monate und früher) verbucht werden.

GFK liefert gleich auch die Länderunterschiede mit. So wird die Spitze bei den Buchungen für den Sommerurlaub bei Reisebüros in den Niederlande, Deutschland und Großbritannien bereits im Jänner erreicht, bei Frankreich im März und bei Italien und Russland im Juni/Juli. Die Daten beziehen sich auf Auslandsurlaube insgesamt, also auch auf Fernreisen, die einen längeren Planungshorizont haben und sind nicht eins zu eins auf Österreich übertragbar. Die Informationen in Kombination mit österreichspezifischen Kennzahlen sind aber sicher hilfreich für die Marketingplanung.
Zusammengefasst: Der Deutsche Urlauber scheint die Krise überwunden zu haben und wird in 2011 wieder mehr reisen und auch mehr Geld ausgeben. Österreich ist bei den Kurzreisen stärker gefragt als bei den längeren Aufenthalten. Internet wird noch wichtiger. Der Gast ist multioptional und wird immer anspruchsvoller und differenzierter.

Die Studien:
Dt. Reiseanalyse (aktuelle Ergebnisse online noch nicht verfügbar)
ADAC Reise-Monitor
GFK Travelscope
GFK Travel Insight
 (ITB Präsentation nicht online verfügbar)
Commerzbank Studie
World Travel Monitor IPK International: Weltweite Reisetrends und ITB Travel Trends  Report
Tourismusanalyse 2011 BAT Stiftung für Zukunftsfragen



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 Holger Sicking am 10.03.2011  

Unterschätzen Sie die Tschechen im Sommer nicht!

Tatjana Kucharova, Miss World 2006, als Wander-Testimonial bei einer Pressefahrt für tschechische Journalisten Ein Gastbeitrag von Ingrid Sieder, Markt Managerin der ÖW Tschechien

Als Winterurlauber sind die Tschechen in vielen österreichischen Skiregionen ja nicht mehr wegzudenken, doch verstärkt entdecken unsere nördlichen Nachbarn unsere Attraktionen im Sommer. Autos mit Fahrräder hinten drauf und einem tschechischen Kennzeichen sind keine Seltenheit auf Österreichs Straßen. Auch die tschechischen Journalisten und die Reisebüros bestätigen uns wachsendes Potential für Sommerurlaub und 643.000 Nächtigungen (+3,5%) im letzten Sommer schlagen sich schon in der Tourismusstatistik deutlich zu Buche. Die Österreich Werbung wollte es aber genau wissen und startete 2010 eine große Befragung.

Die Ergebnisse der Länderstudie Tschechien untermauern eindrucksvoll, dass es ein sehr großes Wachstumspotential im Sommer gibt, aber auch, dass das sommerliche Angebote noch gar nicht so bekannt sind, wie wir gemeint haben. Das Image vom Urlaubsland Österreich ist sehr positiv, aber stark vom alpinen Skiurlaub geprägt. Viele Tschechen können sich oft gar nicht vorstellen, dass man in den verschneiten Alpentälern im Sommer auch ins Schwitzen kommen kann oder dass man in unseren Seen sogar genüsslich baden kann ohne dass die Zehenspitzen einfrieren.

Das wollen wir natürlich ändern und die vielfältigen Facetten ums Wandern, Radl‘n und Baden aufzeigen. Heuer starten wir Ende März eine große Werbekampagne bei der wir mittels Duftanzeigen auf emotionale und sympathische Art erhöhte Aufmerksamkeit erreichen wollen. Dieser Duft, der neue sogenannte „Corporate Scent“ der Österreich Werbung, der diese Woche bei der ITB vorgestellt wird, wird auf unseren Anzeigen in führenden Frauenmagazinen und einem Selfmailer zum Rubbeln und in Folge zum Erraten sein. Auf das wir im Tourismusmarketing auch olifaktorisch verführen … Beispielexemplare zum Riechen senden wir gerne zu!

Im Bild: Tatjana Kucharova, Miss World 2006, als Wander-Testimonial bei einer Pressefahrt für tschechische Journalisten



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 Martina Pürkl am 06.03.2011  

10 österreichische Regionen unter den besten 15 im Alpenraum

Das Forschungsinstitut BAK Basel Economics hat auch dieses Jahr wieder den internationalen Benchmarkvergleich alpiner Destinationen aufgestellt. Aus österreichischer Sicht ein voller Erfolg. 10 der 15 erfolgreichsten Destinationen im Alpenraum sind österreichisch. Beim Benchmark-Index wird die Marktanteilsentwicklung, die Auslastung der Hotellerie und die Ertragskraft einer Region auf eine Kennzahl verdichtet. Der Bettenauslastung kommt mit 50% das höchste Gewicht im Index zu. Die Skala reicht von 1 bis 6, wobei 6 der Höchstwert ist. Über Zusammensetzung und Gewichtung lässt sich sicher streiten, aber häufig sind solche Benchmarkvergleiche als Ausgangslage für tiefergehende Diskussionen nicht schlecht.

2011 Benchmark Tourismus International

Die österreichischen Destinationen liegen vor allem durch die besseren Auslastungswerte auf den vorderen Plätzen. Vor allem im Winter sind die österreichischen Destinationen nahezu unschlagbar. Im Sommer schaut das Konkurrenzbild schon heterogener aus. Der große Gewinner im Sommer ist Rennweg / Katschberg, die von Rang 64 auf Rang 12 aufgestiegen sind.

Im Winter ist die Region Lech-Zürs spitze, im Sommer Achensee und insgesamt das Grossarltal.

Die gesamt Studie gibt es hier. Eine Zusammenfassung findet sich hier.



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 Holger Sicking am 01.03.2011