Gastbeitrag von Sabine Enthammer, International Market Management
In einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zum Thema „Die Krise um die Zukunft der Printmedien und die Auswirkungen auf die Reiseindustrie“ lieferten sich Vertreter deutscher On- und Offlinemedien harte Wortgefechte. Nach schwindenden Auflagen und sinkenden Einnahmen stellen sich nicht nur unsere deutschen Nachbarn die Frage: Bricht das Print-Geschäftsmodell zusammen? Ist der Reisejournalismus vom Aussterben bedroht? Wie kann man mit Nachrichten im Internet Geld verdienen?
Romanus Ott, General Manager von DIE WELT Digital, hat dafür eine klare Antwort: Die herkömmlichen Geschäftsmodelle im Print müssen auf neue Säulen gestellt werden. Es brauche Qualitätsjournalismus im Onlinebereich und neue Vertriebserlöse durch Paid Content. Und das bedeute im Klartext: Eine definierte Anzahl von Artikeln sind für den Leser gratis, für den Rest müsse schlicht und einfach bezahlt werden.
Pascal Brückmann, Product Manager der WAZ Media Group, hingegen verteidigt Ehre und Ethos seiner Branche und meine, nur was gedruckt ist, könne Journalismus oder Wahrheit oder Kritik sein. Das “Bashing” der Branche, Print ist OUT und Social Media ist IN, müsse endlich einmal ein Ende haben. Wer ist denn tatsächlich bereit, für Onlineartikel, an denen Preisschilder hängen, viel Geld zu bezahlen? Alles eine Frage der Qualität, kontert Maria Pütz-Willems, Editor-in-Chief von hospitalityInside.com, einem anzeigenfreien Onlinemagazin für Hotelmanagement. Wer seinen Lesern klar mache, dass es wert sei, für inhaltlich guten Content zu bezahlen, wird langfristig die Nase vorne und die Leser auf seiner Seite haben.
Während sich also die Vertreter der deutschen On- und Offlinemedien uneinig über künftige Geschäftsmodelle sind, hängen auch bei uns die Krisenwolken tief, wie der Verband Österreichischer Zeitungen mit den Inseraten “Was wäre die öffentliche Meinung ohne jemanden, der sie veröffentlicht?” kürzlich unter Beweis stellte.
Zurückkommend aber auf die Eingangsfrage, welche Auswirkungen die Zukunft der Printmedien auf die Reiseindustrie nehme, konnte ich mir aus der Diskussion noch folgendes mitnehmen:
Laut einer durch den Travel Industry Club Ende 2012 durchgeführten Umfrage unter Managern der deutschen Reiseindustrie informieren sich nur noch ein Drittel der Entscheider durch die Lektüre von Print-Informationen. 68% nutzen dagegen Brancheninformationen, die online verfügbar sind.
Und wie informiert sich der deutsche Gast?
(Quelle. F.U.R. Deutsche Reiseanalyse 2011)
- Internet gewinnt als Informationsquelle für Urlaubsreisen stark an Bedeutung, 79 % Prozent der Deutschen (mit Internetzugang) nutzen dieses zur Information über Urlaubsreisen.
- Der deutsche Gast weiß, wo er nach Informationen suchen muss und hat ein klares Bild vom Wert seiner Informationsquellen: Auf Preisvergleichsplattformen sind die besten Preise zu finden und höchste Glaubwürdigkeit haben Berichte von Verwandten und Freunden.
- Und ob Print oder Online, Krise hin oder her, die größte Lust auf Urlaub machen immer noch die Medienberichte.
Tags: Benchmark, informationen, Internet, ITB2013, Kommunikation, Online, Print, Zukunft

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Christine Petersen von Tripadvisor zeigt im Interview zwei wesentliche aktuelle Trends im Online Travel Bereich auf: Einerseits “From Wisdom of crowds to wisdom of friends!“ (Online Freundschaftsempfehlungen) und andererseits „Movement from desktop to second screens (tablets, smart phones)”. Bedeutet also: Mobiles Internet wird zunehmend zum wichtigsten Onlinezugang. Dr. Bernd Fauser von Google schlägt mit seinen Aussagen wie „Mobile first! in dieselbe Kerbe. Das heisst, in Zukunft werden alle neuen Google-Entwicklungen zuerst für mobile Anwendungen konzipiert. Aus der explosionsartigen Verbreitung von mobilen Onlinezugängen entstehen interessanterweise auch neue Buchungsmuster wie „Most bookings on mobile are on Friday, while most bookings on desktop are on Monday“. Bereits 10% der Google-Suche stammt von Smartphones. Zum Abschluss seiner Präsentation beeindruckt Google das Publikum mit Demos von Google Places (Augmented Reality) oder Google goggles. Ganz nach dem Firmenmotto „Don’t be evil!“