Smartphone-Nutzung in 30 Ländern

Eine in mehrerer Hinsicht spannende Website liefert tiefe Informationen zum momentanen Stand der Mobilen Smartphone-Nutzung.
Interessant, weil es sich um sehr ausführliche Informationen (erhoben vom Marktforschungsunternehmen IPSOS) in 30 Ländern im Vergleich handelt. Untersucht wurde die Marktdurchdringung, Aktivitäten, Such- und Kaufverhalten auf Smartphones, Interesse an mobiler Werbung, etc..
Interessant aber vor allem auch, weil man sich alle Daten indivdiualisiert online darstellen lassen kann. In Kooperation mit Google wurde ein einfach zu bedienendes Darstellungssystem entwickelt. So kann man Ergebnisse von z.B. Österreich im Vergleich zu Deutschland heruntergebrochen auf Alterskategorien und Nutzungshäufigkeit darstellen lassen.
Aber wie so häufig steckt die Arbeit darin, aus der Vielzahl der Daten die richtigen Ableitungen für die eigene Mobile-Strateige zu treffen. Die Nuss muss man dann doch immer noch selbst knacken.
Name des Projekts: Our Mobile Planet => LINK

MobilePlanet



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 Holger Sicking am 28.10.2011  

Spanier und Italiener lieben österreichische Kultur!

Ein Gastbeitrag von Kathrin Ploder (ÖW Italien) und Blanka Trauttmansdorff (ÖW Spanien)

Die beiden Herkunftsmärkte Italien und Spanien haben einige gewichtige Gemeinsamkeiten, u.a. die Geschichte, die beide Länder in der Vergangenheit eng mit dem Hause Österreich verbunden hat.

  • Das Potential für Auslandsreisen ist in beiden Ländern beachtlich: 20 Mio. Reisen der Italiener und 13,5 Mio. Reisen der Spanier gehen ins Ausland. In Österreich werden aus beiden Ländern jährlich etwa 4 Millionen Nächtigungen erfasst. Es bestehen daher noch beachtliche Chancen für Wachstum.
  • Die Übernachtungen und Ankünfte haben sich aus beiden Ländern in den letzten 10 Jahren positiv entwickelt: Die Nächtigungen aus Italien haben um 12%, die aus Spanien um 42% zugenommen.
  • Der Kultur- und Städteurlaub ist bei einer Auslandsreise die am meisten nachgefragte Urlaubsform. 68 % der italienischen und spanischen Gäste bekunden dafür Interesse. Für beide haben dabei die Faktoren „Spaß und Vergnügen“ und „Horizont erweitern“ einen hohen Stellenwert (Italien: 72%)
  • Beide sind Kurzurlauber: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Spanier beträgt 2,5 Tage, die der Italiener 2,9.
  • Die Reiseausgaben der Gäste aus den beiden Ländern liegen deutlich über dem Durchschnitt der Ausgaben aller Österreich Gäste (€99):  Beim Kurzurlaub geben die Spanier durchschnittlich €153 aus, die Italiener €177.
  • Große Übereinstimmung besteht in Bezug auf die Zielgruppe der EPM (Etablierte Postmaterielle): 35-65 Jahre alt, gebildet, Streben nach körperlicher und geistiger Fitness, interessiert am unterhaltsamen Lernen und auf der Suche nach neuen Emotionen.

Österreich wird in beiden Ländern als gelungene Mischung aus Kultur+Natur mit imperialem Bonus gesehen. Italienische und spanische Gäste wollen Kultur und Natur erlebnisenergetisch und unterhaltsam verbinden. Österreich sehen sie grundsätzlich als einen gelungenen Mix von Kultur und Landschaft, und sie wünschen sich „Gebrauchsanweisungen“ ihn zu erleben. Die ÖW versucht mit ihren Maßnahmen das Bild von „Urlaub in Österreich“ in der reiseerfahrenen Zielgruppe noch weiter zu schärfen.

Die Zielgruppe in Italien und Spanien

Die optimale Zielgruppe für den Kultururlaub in Österreich wurde in beiden Ländern auf Basis soziographischer Untersuchungen (Sinus Milieus) definiert.

Ihre Charakteristika sind:

  • 35-55 Jahre
  • DINKS, Paare, Gruppe von Freunden, Familien
  • Reiseerfahrene mit höherer Bildung
  • Stadt und Kulturinteressierte
  • Wohnsitz in Nord- und Zentralspanien sowie Norditalien & Lazio, vor allem Rom

Welche Angebote aus Österreich haben hier Chancen?

  • Urbanes Kulturerlebnis, zum Beispiel moderne Aufführungen in historischem Ambiente, Junge Szene, Outdoorkulturerlebnis, Stadtbesuch mit Architektur, Museen, Musik, Imperiales Erbe, Begegnungsqualität (Stadtspaziergang mit gutem Guide)
  • Kulturelle Ausflüge ins Umland: etwa Klosterneuburg, Wiener Wald, Hall, Donau, Salzkammergut, Weltkulturerbe, Grafenegg, Bregenzerwald …
  • Kulinarik & Genuss: Rathausplatz im Sommer, Genussmeilen, Märkte, Kaffeehaus …

Details zur Kampagne “Culturissimo 2012” in Spanien und Italien finden Sie hier.



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 Martina Pürkl am 07.07.2011  

Statistik blüht auf…

Statistik kann so schön sein wenn man sie in der richtigen Verpackung transportiert. Die OECD hat jetzt einen “Better Life” Index veröffentlicht, der interaktiv erlebbar wird.
Nackte Zahlen wie das BIP, Lebenserwartung, Haushaltseinkommen, etc. werden zu Leben erweckt. Man kann den Index nach seinen persönlichen Präferenzen gewichten und die unterschiedlichen Länder auf Basis von 11 Indikatoren miteinander vergleichen. Für jedes Land gibt es gesonderte Auswertungen (u.a. auch Urlauber pro Jahr). Am besten selbst ausprobieren.
Hier der LINK

oecdbetterlife



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 Holger Sicking am 26.05.2011  

3. Eurobarometer Tourismus Studie der Europäischen Kommission

Die Europäische Kommission hat im Februar die dritte Erhebung zum Reiseverhalten der Europäer durchgeführt und die Ergebnisse nun gratis veröffentlicht.
=> Link zum vollständigen pdf-Bericht
Es wurden wieder Themen wie die Reiseplanung 2011, Informationsverhalten, Organisation der Reise, Urlaubsarten, etc. untersucht. Es ist in dieser Form die umfassendste gratis öffentlich zugängliche Untersuchung in immerhin 27 europäischen Ländern.

Hier einige interessante Ergebnisse der Untersuchung:

Eurobarometer1
Angeführt ist die Reiseintensität (Inland- und Auslandsreisen mit mindestens einer Übernachtung) im europäischen Vergleich. Die nordischen Länder haben die höchste Reiseintensität. Fast 90 Prozent der Bevölkerung hat 2010 eine oder mehr Reisen unternommen.

Eurobarometer2
Die Grafik zeigt die genutzten Verkehrsmittel im Vergleich der letzten 3 Jahre. Es wird immer mehr mit dem Flugzeug verreist zu Lasten des Autos. Hier hat über die letzten Jahre begünstigt durch die Budget-Airlines und z.B. der kommerziellen Nutzung / Öffnung von Regionalflughäfen eine kräftige Veränderung stattgefunden. Die Europäer sind es mittlerweile gewohnt, schnell, bequem und günstig in ihr Urlaubsziel zu fliegen. Österreich steht hier vor großen Herausforderungen.

Eurobarometer3
Das Internet wird bei der Reiseplanung und Informationsbeschaffung immer wichtiger. Soviel ist bekannt. Wie sich die europäischen Länder bei der Informationsbeschaffung über das Internet unterscheiden zeigt die obige Grafik.

Eurobarometer5
Die Bedeutung von klassischen Reiseveranstaltern sinkt seit Jahren zu Gunsten des Internets. Die höchste Bedeutung für die Informationssuche haben Reiseveranstalter momentan in Italien und Spanien.

Eurobarometer4
Die höchste Bedeutung des Inlandstourismus hat für 2011 die Türkei. 78% der Reisen gehen ins Inland. Österreich liegt mit 32% im Mittelfeld. Bei den Österreichischen Befragten waren allerdings zum Zeitpunkt der Erhebung noch 21% unentschlossen, bzw. gaben an, keinen Urlaub machen zu wollen. Im letzten Jahr waren in Österreich zum gleichen Zeitpunkt noch 33% unentschlossen (bzw. gaben an, keinen Urlaub machen zu wollen). Für den Inlandsurlaub hatten sich nur 20% entschieden. Das deutet darauf hin, dass die Urlaubsplanung wieder “nachkrisenbedingt” stabiler geworden ist und dass das Inland als Reiseziel nichts an Attraktivität verloren hat.



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 Holger Sicking am 24.05.2011  

Drei Worte zu Österreich

Wie auch im letzten Jahr haben wir wieder nicht-österreichische Besucher der ITB zum Thema Österreich befragt. Die folgende Tagcloud visualisiert die Antworten, die wir auf die Frage “Welche drei Worte fallen Ihnen spontan zu Österreich ein?” erhalten haben:

Drei Worte zu Österreich

Die Tagcloud gibt es auch als PDF. Die Umfrage ist natürlich nicht repräsentativ, aber durchaus interessant. Im Gegensatz zum Vorjahr hat Wien eindeutig zugelegt und Skifahren etwas verloren. Mozartkugeln sind sehr im Trend, das gute Essen wie schon im letzten Jahr vorne mit dabei. “Keine Ahnung” kam diesmal kein einziges Mal. Dies lag aber daran, dass wir es aus Zeitgründen nicht bis in die asiatischen Hallen geschafft haben.

Im folgenden Video sind die besten Antworten dargestellt:



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 Österreich Werbung am 04.04.2011  

Interview mit Ulf Sonntag, Deutsche Reiseanalyse

Die Deutsche Reiseanalyse veröffentlichte pünktlich zur itb Berlin die Deutsche Reiseanalyse 2011 mit interessanten Ergebnissen zu den Urlaubsreisen der Deutschen.
Die wichtigsten Ergebnisse finden sich hier.

Nach der Veröffentlichung der Zahlen habe ich den Marktforscher der Reiseanalyse Ulf Sonntag zu den wichtigsten Ergebnissen interviewt:



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 Holger Sicking am 14.03.2011  

“12 ways to seduce consumers to your destination“ – Erfolgsfaktor PR

Ein Gastbeitrag von Markus Wiesenhofer, International Market Management

Zum Abschluss des ITB Future Days gab Keith Bellows, der Chefredakteur des renommierten Reisemagazins National Geographic Traveler  den Teilnehmern eine treffende Analyse zur Situation des Reisejournalismus sowie hilfreiche Tipps für die erfolgreiche PR Arbeit mit auf den Weg. In Zeiten eines tiefgreifenden sozialen, demografischen und technologischen Wandels sind die  aktuellen Herausforderungen im Tourismusmarketing und in den Reisemedien sehr ähnlich gelagert. Es geht für beide darum, die Reiseinhalte in den neuen Kanälen und angepasst an die, sich laufend ändernde, Mediennutzung so attraktiv wie möglich aufzubereiten. Bellows zeigte einige aktuelle Reisegeschichten die in Kurzvideos und mittels Social Web Aktivitäten erzählt werden. Zusammengefasst kann man sagen: „It’s a story that matters, not a place“.

Um die erfahrenen und gestressten Reisejournalisten heutzutage noch von einer Destination überzeugen zu können, bedarf es einer sehr sensiblen und professionellen Vorgehensweise in der PR. Bellows illustrierte dazu – jeweils mit sehr anschaulichen Beispielen – 12 Regeln, wie eine Destination erfolgreich in den Medien wahrgenommen wird:

  1. naionalThe virtual experience leads to an actual one
  2. Be a discovery not a vacation
  3. Have a unique selling proposition
  4. Be sustainable. Honor your best
  5. Steal from the leaders
  6. Tell stories
  7. Use your citizens
  8. Be aggressively social
  9. Be comfortable being different
  10. Stay true to yourself
  11. Keep innovating
  12. Look forward – the next generation will drive the bus

PR bekommt in Zeiten sozialer Netzwerke und medialer Reizüberflutung eine neue Bedeutung. Werden die von Bellows postulierten Ansätze eingehalten, sind die Chancen groß, dass eine Destination Aufmerksamkeit und Begehrlichkeit auslösen kann. Bellows schloss seinen Vortrag mit einer Liste von Signalwörtern, die symbolisch für die momentane Wertewelt seiner Leser und gleichzeitig für künftig am stärksten nachgefragte Themen in der Reiseberichterstattung stehen:  caring, true, deep, authenticity…



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 Martina Pürkl am 11.03.2011  

Die „geheimen“ Wünsche unserer Gäste – Touristik entdeckt Neuromarketing für sich

Ein Gastbeitrag von Markus Wiesenhofer, International Market Management

REWEREWE Touristik präsentierte gemeinsam mit Prof. David Scheffer ein innovatives Projekt im Bereich Neuromarketing. Wie Ingo Markgraf von REWE ausführte, half die Analyse bei der Identifikation von 4 unterschiedlichen Reisetypen. Diese Typen unterscheiden sich massiv in ihren „geheimen“ Sehnsüchten (95% der (Reise)-entscheidungen fallen im Unterbewusstsein). Die Kenntnis über die unterschiedlichen Werthaltungen und ermöglichte REWE ihre Marken (JahnReisen, Tjaereborg etc.) klar auf diese Bedürfnisse auszurichten.

So wurden z.B. die Katalogcover über starke visuelle Signale an diese Schemata angepasst. Die konsequente Weiterentwicklung der Werbematerialen gab den REWE-Marken ein klareres Profil und brachte den entscheidenden Vorteil in der Positionierung (z.B. Marktführer bei Familienreisen). Der Einsatz von Erkenntnissen des Neuromarketings könnte künftig auch Destinationen wertvolle Unterstützung bei der zielgruppengerechteren und damit effizienteren Gestaltung ihrer Werbemittel bieten.



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 Martina Pürkl am 11.03.2011  

KUONI's Global Holiday Report

Ein Gastbeitrag von Markus Wiesenhofer, International Market Management

KuoniDer Schweizer Reisekonzern KUONI präsentierte zum Start der ITB 2011 erstmals den KUONI Global Holiday Report. Mit der Übernahme von GTA (Gulliver Travel) wieder auf Expansionskurs, schlägt KUONI eine klare Differenzierungsstrategie im Wettbewerb mit den großen Mitbewerbern TUI und Co. ein: KUONI will gleichzeitig „Trusted advisor“ und „Destination insider“ für den anspruchsvollen, reiseerfahrenden Gast sein. Dazu gehört fundiertes Wissen über die Zielgruppe und deren Reiseverhalten und –bedürfnisse. Mit dem Global Holiday Report liegt ein aufschlussreiches Psychogramm über die KUONI-Kunden vor: In 12 Märkten wurden 12.000 Kunden vor und nach einer Reise im November/Dezember 2010 befragt. Spannende kulturelle Unterschiede wurden durch diese Consumer Insights deutlich wie z.B. Franzosen sparen beim Essen und Spanier gehen am lockersten mit dem Geld um. Sehr wichtiges Marktwissen, das auch österreichischen Anbietern helfen kann ihr Angebot noch besser auf die Gästebedürfnisse auszurichten. Einziger Wermutstropfen: Der wichtigste Reisemarkt Deutschland ist nicht in der Studie zu finden, da KUONI dort (noch) nicht am Markt präsent ist.

Download unter: www.kuoni.com/holidayreport



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 Martina Pürkl am 11.03.2011  

Blick zu den Nachbarn – Deutsche Zentrale für Tourismus

Ein Gastbeitrag von Heidi Tscharf, Strategie & Unternehmensentwicklung in der Österreich Werbung urban20110209-01-029-350x233

Selbstbewusst und vor Erfolg strotzend präsentiert die DZT ihre Erfolgstory auf der diesjährigen itb. Mit 60,3 Mio. internationalen Übernachtungen hat Deutschland 2010 ein Rekordergebnis gelandet: + 10 % an internationalen Übernachtungen. Insbesondere die Märkte NL (+5,4%), Schweiz (+8,6%), UK (+13%), Italien (+6,2%) boomten, ebenso die Märkte aus Übersee, die in Summe wiederum 2 Mio. mehr Übernachtungen für Deutschland brachten. Zum Vergleich – Österreich bilanzierte 2010 mit 89,9 Mio. ausländischen Übernachtungen und konnte mit dem Ergebnis das Vorjahresniveau halten.

Von den Zugewinnen profitierten innerhalb Deutschlands insbesondere die Bundesländer Bayern (+10,9%), Berlin (+14,1%), NRW (+10,5%), Niedersachen (+11%), Hamburg (+11,9%), Sachsen (+11,3%), Brandenburg (+13,8%).

2011 setzt Deutschland auf die Top Events: FIFA Frauen-Weltmeisterschaft, 125. Geburtstag des Automobils, 200. Geburtstag von Franz Liszt, auf Wellness – und Gesundheitsreisen und das Messe- und Kongressgeschäft.

Bis zum Jahr 2020 prognostiziert das Reiseland Deutschland ein mögliches Wachstum von 20 Mio. Übernachtungen. Ein ambitioniertes Ziel. Respekt.



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 Martina Pürkl am 10.03.2011  

Die Deutschen reisen wieder mehr

Ich hatte gestern einen Marktforschungs-Vortrags-Marathon hinter mir und bin bombardiert worden mit neuen Zahlen, Fakten, Analysen. Ich werde versuchen die wichtigsten Tendenzen aus den neuesten Umfragen auf einen gemeinsamen Punkt zu bringen. Dieses ist nicht so einfach, da die Quellen recht unterschiedlich ausfallen. Es stehen Daten zur Verfügung von IPK International, der Deutschen Reiseanalyse, ADAC Reise-Monitor, BAT Stiftung für Zukunftsfragen, GFK Travelscope bzw. GFK Travel Insight und der Commerzbank Studie. Wir verlassen uns in unseren Analysen zum deutschen Markt in der Regel auf die Auswertungen der Deutschen Reiseanalyse, da die Studie mit 7.700 persönlichen Interviews pro Jahr aus unserer Erfahrung über Jahre die validesten Ergebnisse liefert. Auf internationaler Ebene sind die Ergebnisse von IPK International dank großer Stichprobe und gesicherter Methodik über Jahre die valideste Quelle. GFK geht mit dem Travel Insight methodisch einen interessanten Weg, da nicht Urlauber befragt werden, sondern direkt auf Buchungszahlen von internationalen Reisebüros zugegriffen wird. Seit 2011 werden erstmals auch 20 Online-Buchungsplattform in die Auswertung aufgenommen.

Kurz die wichtigsten Aussagen:
2010 war touristisch bei den deutschen Urlaubern insgesamt ein gutes Jahr, 2011 sollte noch besser werden. Es wird sowohl international als auch bei den Urlaubsreisen der Deutschen von einem Wachstum ausgegangen. Österreich wird von diesem Wachstum aller Voraussicht nach weniger in Bezug auf die Haupturlaube als vielmehr bei den Kurzreisen profitieren können.
Die Zahl der Reisen der Deutschen mit 5+ Tagen Dauer stagnierte 2010 auf hohem Niveau und liegt nun bei 63,3 Mio. Urlaubsreisen. Die Kurzreisen konnten stark zulegen und stiegen von 74,1 Mio. auf 79,7 Mio. Reisen. Österreich liegt bei den Reisen mit 5+ Tagen Dauer hinter Deutschland, Spanien, Italien und der Türkei auf Rang 5 und hat leicht Marktanteile von 5,9% auf 5,6% verloren. Bei den Kurzreisen ist Österreich das mit Abstand beliebteste Reiseziel der Deutschen im Ausland mit insgesamt 4,3 Mio. Kurzreisen in 2010.

IPK International hat gestern die Pressemitteilung zu den aktuellen Ergebnissen des Europäischen Reisemonitors versendet. Hier liegt Österreich mit einem Marktanteil von 17% bei den Europäischen Urlaubsreisen der Deutschen mit einer Reisedauer von 1 Übernachtung und mehr auf dem 1. Platz vor Spanien und Italien. Österreich konnte demnach sogar leicht zulegen während Spanien und Italien leicht verloren in 2010. Hier die vollständige Pressemitteilung.

Erfreulich haben sich die Ausgaben für Urlaubsreisen insgesamt der Deutschen entwickelt in 2010. Hier war ein Plus zu verzeichnen. Für 2011 stehen die Ampeln auf grün. Die wirtschaftlichen Aussichten werden positiv gesehen, die Absicht in den Urlaub zu fahren ist schon zu Jahresbeginn so konkret wie lang nicht. Die Ausgabebereitschaft steigt weiter. Das zeigt sich auch in den tatsächlichen Buchungsdaten laut GFK für den Sommer 2011. Allerdings wird auch auf mögliche Störfaktoren hingewiesen. Belastend für die Nachfrage nach Urlaub in Österreich könnten sich steigende Benzinpreise erweisen. Auch das Thema Inflation könnte in 2011 eine wichtige Rahmenveränderung darstellen.

Die Reisedauer der Deutschen Urlaube insgesamt konnte sich stabilisieren und liegt nunmehr nach 12,2 Tagen in 2009 bei 12,3 Tagen in 2010. Laut den Experten der Dt. Reiseanalyse sollte sich in Bezug auf die Reisedauer mittlerweile ein Boden gebildet haben.

Information / Buchung:
Bei der Organisation und Buchung von Urlaubsreisen setzt sich die Strukturverschiebung fort. Bei den Buchungsstellen gewinnen die Onlineportale und Unterkünfte (direkt) zulasten der Reisebüros. Es werden vermehrt Einzelleistungen auf Kosten von Pauschalreisen gebucht. IPK International weist darauf hin, dass das „Dynamic Packaging“ immer wichtiger wird, also die flexiblere Zusammenstellung von Einzelleistungen in ein Paket.

Die Dt. Reiseanalyse hat 2011 einen interessanten Blick in die Tiefe der Online-Suche geworfen und stellt fest, dass die Online-Urlaubsinformationssucher im Durchschnitt 13 verschieden Websites zur Urlaubsvorbereitung besuchen. 22% der Online-Informierer suchen sogar auf über 20 verschiedenen Websites. Im Durchschnitt verbringen die Online-Informierer 9 Stunden! mit der Urlaubsvorbereitung im Internet. Insgesamt haben 70% der deutschen Bevölkerung einen Online-Zugang, 50% nutzen das Internet für die Urlaubsvorbereitung und 30% buchen über das Internet.
Der Kampf um den Gast wird auf jeden Fall härter. Die vorliegenden Daten zeigen, dass vor allem der deutsche Urlauber immer reiseerfahrener wird und sich für eine immer weiter ansteigende Anzahl von Reisezielen und Urlaubsformen interessiert. Sie sind „multioptional“ und sehen verschiedene Möglichkeiten ihre Urlaubsbedürfnisse zu befriedigen. Destinationen werden dadurch immer austauschbarer, selbst wenn sie sich objektiv betrachtet unterscheiden. Das stellt das Marketing im Tourismus vor große Herausforderungen. Gepaart mit der Tendenz zur vollen Angebots- und Kostentransparenz durch das Internet, wird der Urlauber immer mehr zum „lachenden Dritten“ im harten Wettbewerb der Anbieter. Konsequente Kundenorientierung ist erfolgsrelevant. Eine starke Marke und eine gute Position im „Potential Set“ wichtiger denn je.

Ein weiterer Punkt, der mir erwähnenswert scheint, sei kurz angerissen. Es geht um den Zeitpunkt der Reiseplanung. Gemäß dem ADAC-Reise-Monitor fangen 2/3 der Urlauber spätestens ½ Jahr vor der Reise an, ihren Urlaub zu planen. ½ Jahr vor Reisebeginn haben bereits 65% sich für das Land entschieden, 59% für den Ort und 45% für die Unterkunft. Während Land und Ort konstant blieben, wird die Unterkunft immer später geplant. Das hat sicherlich mit den besseren Hotel-Recherchemöglichkeiten über das Internet zu tun. Betrachtet man sich die tatsächlichen Buchungen über Reisebüros und über Online-Buchungsplattformen (Quelle GFK), zeigt sich, dass 35% aller Reisebüroumsätze 6 Monate und früher (61% 4 Monate und früher) und 26% aller Online-Buchungsumsätze 6 Monate und früher (52% 4 Monate und früher) verbucht werden.

GFK liefert gleich auch die Länderunterschiede mit. So wird die Spitze bei den Buchungen für den Sommerurlaub bei Reisebüros in den Niederlande, Deutschland und Großbritannien bereits im Jänner erreicht, bei Frankreich im März und bei Italien und Russland im Juni/Juli. Die Daten beziehen sich auf Auslandsurlaube insgesamt, also auch auf Fernreisen, die einen längeren Planungshorizont haben und sind nicht eins zu eins auf Österreich übertragbar. Die Informationen in Kombination mit österreichspezifischen Kennzahlen sind aber sicher hilfreich für die Marketingplanung.
Zusammengefasst: Der Deutsche Urlauber scheint die Krise überwunden zu haben und wird in 2011 wieder mehr reisen und auch mehr Geld ausgeben. Österreich ist bei den Kurzreisen stärker gefragt als bei den längeren Aufenthalten. Internet wird noch wichtiger. Der Gast ist multioptional und wird immer anspruchsvoller und differenzierter.

Die Studien:
Dt. Reiseanalyse (aktuelle Ergebnisse online noch nicht verfügbar)
ADAC Reise-Monitor
GFK Travelscope
GFK Travel Insight
 (ITB Präsentation nicht online verfügbar)
Commerzbank Studie
World Travel Monitor IPK International: Weltweite Reisetrends und ITB Travel Trends  Report
Tourismusanalyse 2011 BAT Stiftung für Zukunftsfragen



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 Holger Sicking am 10.03.2011  

Touristische Österreichische Marken im Social Web

Ich hatte im letzten Jahr eine Liste mit 40 österreichischen Destinationen aufgestellt und deren Social Web Aktivitäten dargestellt, also Anzahl der Facebook-Fans, Twitter-Follower, etc.. Martin Schobert von Tourismusdesign hat mich in seinem Blog-Beitrag darauf hingewiesen, dass auch das Engagement und andere Dinge eine wichtige Rolle spielen, also gehen wir jetzt einen Schritt weiter. Auf der österreichischen Website socialmediaranking.at werden die Social Media Aktivitäten österreichischer Organisationen quantitativ miteinander verglichen. Dabei zählt nicht nur die Anzahl der Facebook-Fans und Twitter-Follower, sondern auch z.B. die Stärke der eigenen Aktvitität und das Engagement der Nutzer. Die Daten werden auf einen Gesamtindex verdichtet und wöchentlich ausgewiesen. Einen Einblick in die Methodik findet sich hier. Auf Platz Nr. 1 der österreichischen Organisationen ist Red Bull mit einem Indexwert von 90 (von maximal möglichen 100 Punkten). Der Wien Tourismus liegt auf Platz 10 und die Österreich Werbung auf Platz 14 in dieser Woche. Ich habe nun, um einen Vergleich für den Tourismus anstellen zu können, aus den Top 500 die touristisch relevanten Organisationen herausgefiltert und in Rankings miteinander verglichen. Einschränkend sei darauf hingewiesen, dass u.U. noch die ein oder andere relevante Tourismusmarke nicht in das Monitoring aufgenommen wurde. Das sollte sich über die nächsten Wochen bessern durch höhere Nutzung der Plattform. Viel Spaß mit den Darstellungen. Ich hoffe damit kommt man der realistischen Darstellung der Social Web Bedeutung für touristische Organisationen wieder einen Schritt weiter.

Darstellung 1: Ranking der Gesamtindizes

Social Web Tourismus Ranking

Darstellung 2: Anzahl der Facebook-Fans

Anzahl Facebook Fans Tourismus

Darstellung 3: Anzahl der Twitter-Follower

Twitter Follower Tourismus

Darstellung 4: Activity Score (Stärke der eigenen Aktivität)

Activity Score Tourismus

Darstellung 5: Engagement Score (Stärke des Engagements der Nutzer)

Engagement Social Web Tourismus



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 Holger Sicking am 03.03.2011  

10 österreichische Regionen unter den besten 15 im Alpenraum

Das Forschungsinstitut BAK Basel Economics hat auch dieses Jahr wieder den internationalen Benchmarkvergleich alpiner Destinationen aufgestellt. Aus österreichischer Sicht ein voller Erfolg. 10 der 15 erfolgreichsten Destinationen im Alpenraum sind österreichisch. Beim Benchmark-Index wird die Marktanteilsentwicklung, die Auslastung der Hotellerie und die Ertragskraft einer Region auf eine Kennzahl verdichtet. Der Bettenauslastung kommt mit 50% das höchste Gewicht im Index zu. Die Skala reicht von 1 bis 6, wobei 6 der Höchstwert ist. Über Zusammensetzung und Gewichtung lässt sich sicher streiten, aber häufig sind solche Benchmarkvergleiche als Ausgangslage für tiefergehende Diskussionen nicht schlecht.

2011 Benchmark Tourismus International

Die österreichischen Destinationen liegen vor allem durch die besseren Auslastungswerte auf den vorderen Plätzen. Vor allem im Winter sind die österreichischen Destinationen nahezu unschlagbar. Im Sommer schaut das Konkurrenzbild schon heterogener aus. Der große Gewinner im Sommer ist Rennweg / Katschberg, die von Rang 64 auf Rang 12 aufgestiegen sind.

Im Winter ist die Region Lech-Zürs spitze, im Sommer Achensee und insgesamt das Grossarltal.

Die gesamt Studie gibt es hier. Eine Zusammenfassung findet sich hier.



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 Holger Sicking am 01.03.2011  

Nicht nur das Wandern ist der Schweizer Lust.

Carmen

Ein Gastbeitrag von Carmen Breuss,
Marktmanagerin ÖW Schweiz

Bei meinen Biketouren oder Wanderungen erlebe ich es immer wieder: Die Schweiz ist multisportiv. Im täglichen Leben zuhause und in den Ferien. Und dank der Erfahrung im eigenen Land recht wetterfest und gut ausgerüstet. Ein Paradies für Outdoor-Ausstatter! Jeder dritte Schweizer gibt Sport sogar als Reisemotiv an. Für Österreich spannend: Wandern hat in den letzten Jahren wieder deutlich an Beliebtheit zulegen können. Was steht nun wo auf der Rangliste der Aktivitäten?

Zu den beliebtesten Sportarten der Schweizer gehören Radfahren/Mountainbiken (35 %), Wandern/Walking (33,7%) und Schwimmen (25.4%). Laut der neuesten Studie des Bundesamtes für Sport „Sport Schweiz – Das Sportverhalten der Schweizer Bevölkerung“ treiben 40% der Schweizer Bevölkerung mehrmals pro Woche mindestens drei Stunden Sport. Dieser Anteil ist in der Deutschschweiz mit 45% sogar noch höher. Obwohl sich die Befragten in rund 200 verschiedenen Sportarten engagieren, gibt es einige klare Spitzenreiter in der Gunst der Aktiven: Radfahren, Wandern/Walking, Schwimmen. Der Sport hat in der Schweizer Wohnbevölkerung ein ausgezeichnetes Image: 98 Prozent der Befragten glauben, dass der Sport einen positiven Beitrag an die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen leistet. Mehr Infos dazu finden Sie hier.



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 Martina Pürkl am 17.02.2011  

Urlaub der Zukunft

Das Market-Institut hat jetzt 500 Österreicher gefragt, wie sich verschiedene Urlaubsarten in den nächsten 20 Jahren entwickeln könnten. Bei welchen Urlaubsarten wird das Interesse sich sehr verstärkt haben? Mal abgesehen davon, dass solche Fragen nach zukünftigen Entwicklungen immer mit etwas Vorsicht zu genießen sind (wer hätte vor 20 Jahren die Entwicklung des Internets vorhersagen können?), lassen sich aber doch einige Tendenzen ablesen.

Zukunft_Urlaub_Market

Link: Market Artikel

Was mir auffällt, sind gesellschaftliche Trends, die sich in den veränderten Urlaubsgewohnheiten widerspiegeln.
Es vollzieht sich ein demographischer Wandel. Menschen werden älter, dementsprechend können Seniorenreisen zunehmen. Menschen werden individualistischer, das Modell der lebenslangen Partnerschaft erodiert. Individualreisen, Singlereisen und Urlaub als Partnerbörse könnten profitieren. Urlaub war immer schon Gegenwelt zum Alltag. In dem Maße wie der Beruf(stress) immer mehr den Alltag bestimmt, wird in Zukunft der Urlaub noch stärker zum Ort des Abschaltens, Kraft tankens, Auszeit. Folgerichtig steht der Punkt “Reisen als Entgegensteuerung von Burn-Out-Syndromen” auf einem vorderen Platz.
In dem Maße wie man sich im Alltag verausgabt, dient der Urlaub immer stärker zum Aufladen der Batterien. Entsprechen bietet Urlaub die Möglichkeit, sich um sich selbst zu kümmern. Dieses Kümmern betrifft Körper, Geist und Seele. Daher gewinnen nicht nur Gesundheitsurlaube, sondern auch Urlaubsformen, die die geistigen und seelischen Energieressourcen wieder aufladen (Selbstfindungsreisen, Weiterbildungsreisen). Was die Ergebnisse nicht zeigen, ist die gesteigerte Multioptionalität der Urlauber. Es wird versucht immer mehr in einen Urlaub zu packen, d.h. dass die Anzahl der genannten Urlaubsarten für einen einzigen Urlaub, Anzahl der Aktivitäten, etc. immer weiter zunimmt.
Plastische Chirurgiereisen muten sehr exotisch an, aber im Trend liegen die Schönheitsoperationen ja und durchaus möglich, dass in Zukunft mehr Moskauer zum Schlemmen in die Steiermark und anschließendem Fettabsaugen nach Wien fliegen. Dr. Worseg wird es freuen.



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 Holger Sicking am 03.09.2010