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Alltag raus!

Urlaub wird zur Flucht vor Arbeitsstress - Wandel bei den Urlaubsmotiven der Österreicher/-innen – Anzahl der Reisen bleibt konstant

Work-Life-Balance

Der wachsende Druck in der Arbeitswelt macht den Urlaub immer mehr zum Gegengewicht zum Burn-out-Syndrom. Das zeigt eine Untersuchung der Europäischen Reiseversicherung. Auch die Suche nach dem “authentischen Erlebnis” als Gegengewicht zur “virtuellen Erlebniswelt” gewinnt in Zukunft immer mehr an Bedeutung. Die Anzahl der Urlaube ändert sich laut Studie nicht. Ein bis zwei Reisen im Jahr werden weiterhin von einem Großteil der Österreicher unternommen.

Laut der aktuellen Reisestudie, in deren Rahmen 1.000 Personen über ihre Urlaubsgewohnheiten befragt wurden, machen rund 55 Prozent der Österreicher ein bis zwei Mal im Jahr eine Urlaubsreise, in der Altersgruppe zwischen 20 und 30 Jahren sind es sogar 65 Prozent. Der Anteil der Tages- und Wochenendurlaube mit zwei Übernachtungen liegt bei einem Drittel, Kurz- und Wochenurlaube (bis zu zehn Übernachtungen) sind mit 43 Prozent am häufigsten. Länger als eine Woche ist nur ein Viertel der Befragten unterwegs.

Deutliche Verschiebungen zeichnen sich bei den Urlaubsmotiven ab. Für fast 90 Prozent der Befragten ist die „Work-Life-Balance“ – die Ausgewogenheit von Arbeit und Erholung – wichtig. Dass der Arbeitsstress in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat, empfinden 56 Prozent, bei den zwischen 40- und 50-Jährigen – die Altersgruppe der Führungskräfte – sogar 68 Prozent. Dementsprechend ist für über 80 Prozent der Urlaub wichtiger bis unverzichtbar geworden.

Auf die Frage, welche Reisemotive bis 2020 zunehmen würden, führen fast 80 Prozent „Gegensteuern gegen das Burn-out-Syndrom“ an, am meisten bei den 40- bis 50-Jährigen, die auch den stärksten Arbeitsstress verspüren. Über 60 Prozent wünschen sich das „soziale Reiseerlebnis“, den Urlaub mit Familie oder Freunden. Fast ein Viertel der 20 bis 30-Jährigen sieht zudem eine Tendenz zum Urlaub als „Flucht vor Web.2.0“.

Fast die Hälfte der Urlaube findet in Österreich statt, 42 Prozent der Österreicher reisen in europäische Länder. Nur knapp zehn Prozent zieht es in ferne Länder.

Dass Reisen auch mit einem Risiko verbunden ist, wird immer mehr Österreichern bewusst. 56 Prozent der Befragten haben bereits einmal eine Reiseversicherung abgeschlossen. Hauptmotiv ist für rund 70 Prozent die Sorge vor einer plötzlichen Erkrankung oder einem Unfall. Vor allem bei Urlauben in Afrika, Asien und Südamerika wird eine Reiseversicherung abgeschlossen.

Quelle: APA


Mehr Informationen:

In Tourismusstatistik Österreich finden Sie Artikel und Daten zur Entwicklung der Nachfrage im österreichischen Tourismus. In Tourismusstatistik International erwarten Sie Kennzahlen zum Reisegeschehen in Europa bzw. weltweit.

 



Tags: Benchmark, Marktforschung, Österreich, Urlaubsmotive, Zielgruppe
Martina Pürkl am 05.06.2013  |   Keine Kommentare

Wie “OUT” ist Print?

Gastbeitrag von Sabine Enthammer, International Market Management

In einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zum Thema „Die Krise um die Zukunft der Printmedien und die Auswirkungen auf die Reiseindustrie“ lieferten sich Vertreter deutscher On- und Offlinemedien harte Wortgefechte. Nach schwindenden Auflagen und sinkenden Einnahmen stellen sich nicht nur unsere deutschen Nachbarn die Frage: Bricht das Print-Geschäftsmodell zusammen? Ist der Reisejournalismus vom Aussterben bedroht? Wie kann man mit Nachrichten im Internet Geld verdienen?

Romanus Ott, General Manager von DIE WELT Digital, hat dafür eine klare Antwort: Die herkömmlichen Geschäftsmodelle im Print müssen auf neue Säulen gestellt werden. Es brauche Qualitätsjournalismus im Onlinebereich und neue Vertriebserlöse durch Paid Content. Und das bedeute im Klartext: Eine definierte Anzahl von Artikeln sind für den Leser gratis, für den Rest müsse schlicht und einfach bezahlt werden.

Pascal Brückmann, Product Manager der WAZ Media Group, hingegen verteidigt Ehre und Ethos seiner Branche und meine, nur was gedruckt ist, könne Journalismus oder Wahrheit oder Kritik sein. Das “Bashing” der Branche, Print ist OUT und Social Media ist IN, müsse endlich einmal ein Ende haben. Wer ist denn tatsächlich bereit, für Onlineartikel, an denen Preisschilder hängen, viel Geld zu bezahlen? Alles eine Frage der Qualität, kontert Maria Pütz-Willems, Editor-in-Chief von hospitalityInside.com, einem anzeigenfreien Onlinemagazin für Hotelmanagement. Wer seinen Lesern klar mache, dass es wert sei, für inhaltlich guten Content zu bezahlen, wird langfristig die Nase vorne und die Leser auf seiner Seite haben.

Während sich also die Vertreter der deutschen On- und Offlinemedien uneinig über künftige Geschäftsmodelle sind, hängen auch bei uns die Krisenwolken tief, wie der Verband Österreichischer Zeitungen mit den Inseraten “Was wäre die öffentliche Meinung ohne jemanden, der sie veröffentlicht?” kürzlich unter Beweis stellte.

Zurückkommend aber auf die Eingangsfrage, welche Auswirkungen die Zukunft der Printmedien auf die Reiseindustrie nehme, konnte ich mir aus der Diskussion noch folgendes mitnehmen:

Laut einer durch den Travel Industry Club Ende 2012 durchgeführten Umfrage unter Managern der deutschen Reiseindustrie informieren sich nur noch ein Drittel der Entscheider durch die Lektüre von Print-Informationen. 68% nutzen dagegen Brancheninformationen, die online verfügbar sind.

 

Und wie informiert sich der deutsche Gast?
(Quelle. F.U.R. Deutsche Reiseanalyse 2011)

  • Internet gewinnt als Informationsquelle für Urlaubsreisen stark an Bedeutung, 79 % Prozent der Deutschen (mit Internetzugang) nutzen dieses zur Information über Urlaubsreisen.
  • Der deutsche Gast weiß, wo er nach Informationen suchen muss und hat ein klares Bild vom Wert seiner Informationsquellen: Auf Preisvergleichsplattformen sind die besten Preise zu finden und höchste Glaubwürdigkeit haben Berichte von Verwandten und Freunden.
  • Und ob Print oder Online, Krise hin oder her, die größte Lust auf Urlaub machen immer noch die Medienberichte.


Tags: Benchmark, informationen, Internet, ITB2013, Kommunikation, Online, Print, Zukunft
Martina Pürkl am 12.03.2013  |   Ein Kommentar

Ein Blick zu den Nachbarn Deutschland anlässlich der ITB

von Heidi Tscharf, Strategie & Unternehmensentwicklung, Österreich Werbung:

Bei der diesjährigen Pressekonferenz der Deutschen Zentrale für Tourismus  berichtet die Geschäftsführerin Petra Hedorfer neuerlich von einem Rekordjahr 2011:   +5,6 % bei den Ankünften, und das trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.  Damit reüssiert Deutschland im Europa Schnitt (Ankünfte Europa 2011: + 6,0%) bzw. über dem Weltschnitt (Ankünfte Welt 2011: + 4,4 %).

Betrachtet man die Reisen der Europäer (Quelle IPK 2012) verteidigt Deutschland  wacker die  Top Position Nr. 2 innerhalb Europas mit 42,3 Mio. Reisen (+ 6 %).  Nummer 1 Reiseland der Europäer bleibt unangefochten Spanien (2011: 48 Mio. Reisen, + 9 %). Gefolgt von Frankreich (Reisen 2011: 36 Mio. Reisen, + 2  %). Vom Incomingaufkommen nach Deutschland entfallen 54 % auf Urlaubsreisen (2011: + 7 %)  und 27 % auf Geschäftsreisen (2011: + 10 %).

¾ der Gäste der Deutschen stammen aus Europa, der Rest verteilt sich auf Amerika (10,1 % Marktanteil), Asien (9,6 % Marktanteil), etc.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus betreibt 30 Auslandsbüro. Zuletzt wurde in Belgrad ein neues Büro bzw. eine Marketing- und Vertriebsagentur eröffnet. Zentraleuropa mit Kroatien, Rumänien, Bulgarien, Herzegowina, Serbien, Montenegro (2011  1,6 Mio.  Reisen)  zählt zu den Wachstumsmotoren und wirkt kräftig umworben. Dafür gab es extra Budgetmittel in der Höhe von € 500.000,– aus der Staatskasse. Bis 2020 will Deutschland die CEE Märkte auf  2 Mio. Reisen ausbauen.

2012  kommuniziert die DZT unterschiedlichste Themenjahre und die Themen “ Weinkultur und Natur“, „Discover the taste of Germany“ und Kultur. Für 2013 ist im Auslandsmarketing der Schwerpunkt  „Junges Reisen nach Deutschland“ und „Unesco Welterbe 2014“ geplant. Im Geschäftsreisebereich liegt der Scheinwerfer auf  „Green Meetings“.



Tags: Benchmark, Deutschland, ITB 2012, Marktforschung, Tourismusforschung
Holger Sicking am 07.03.2012  

Wintersportorte im Wettbewerb – Ein Blick über die Grenze

Ein Gastbeitrag von Carmen Breuss, ÖW Schweiz

Des einen Freud, des anderen Leid – ist der Höhenflug des Schweizer Frankens ein Beispiel dafür? Zahlreiche Destinationen stürzen sich zur Zeit intensiv auf den Herkunftsmarkt Schweiz. Die vergleichsweise stabile Wirtschafts- und Finanzlage, der hohe Franken und die Reisebegeisterung der Schweizer lassen alle hoffen. Die Schweiz selbst ist marketingmäßig omnipräsent und buhlt um die eigenen Landsleute. Die Schweizer sind die einzigen, die den hohen Franken im Inland nicht schmerzlich spüren. Sie profitieren jedoch bei Auslandsreisen und sind sich dessen sehr bewusst.

Für die Schweiz selbst heißt dieses schwierige Umfeld, die eigenen Stärken (und Schwächen) genau zu analysieren, um im Wettbewerb bestehen zu können. Die Credit Suisse hat ein Tourismus-Benchmarking zwischen den Schweizer Wintersportdestinationen (mit einem Blick über die Grenze) erstellt. Die Erkenntnisse sind auch für die österreichischen Gebiete von Bedeutung.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

  • Wettbewerbsfähigkeit und Klimawandel als zwei große Herausforderungen
  • Strategische Positionierung gewinnt an Bedeutung (breites Angebot/große Brands versus Nischenpositionierung)
  • Qualitäts- statt Preiswettbewerb
  • Steigendes Low-Budget-Segment – Druck durch Hybridisierung der Konsumenten auf das Mittelklassesegment
  • Qualitätssicherung bei den Hotelliegenschaften wichtig
  • Intakte Natur als Basis für eine erfolgreiche Zukunft
  • Qualität der Dienstleistungen (Offenheit gegenüber neuen Technologien, Kundenbedürfnisse bestmöglich erfüllen, Bereitschaft zu Kooperationen, Entrepreneurship und Herzblut)

 

Die Printversion Studie gibt es hier auch kostenlos zum Bestellen. (Deutsch, Französisch, Italienisch)



Tags: Benchmark, Case Studies, Schweiz, Studien, Winter
Martina Pürkl am 16.02.2012  

Smartphone-Nutzung in 30 Ländern

Eine in mehrerer Hinsicht spannende Website liefert tiefe Informationen zum momentanen Stand der Mobilen Smartphone-Nutzung.
Interessant, weil es sich um sehr ausführliche Informationen (erhoben vom Marktforschungsunternehmen IPSOS) in 30 Ländern im Vergleich handelt. Untersucht wurde die Marktdurchdringung, Aktivitäten, Such- und Kaufverhalten auf Smartphones, Interesse an mobiler Werbung, etc..
Interessant aber vor allem auch, weil man sich alle Daten indivdiualisiert online darstellen lassen kann. In Kooperation mit Google wurde ein einfach zu bedienendes Darstellungssystem entwickelt. So kann man Ergebnisse von z.B. Österreich im Vergleich zu Deutschland heruntergebrochen auf Alterskategorien und Nutzungshäufigkeit darstellen lassen.
Aber wie so häufig steckt die Arbeit darin, aus der Vielzahl der Daten die richtigen Ableitungen für die eigene Mobile-Strateige zu treffen. Die Nuss muss man dann doch immer noch selbst knacken.
Name des Projekts: Our Mobile Planet => LINK

MobilePlanet



Tags: Benchmark, Internet, Marktforschung, mobile, Smartphone, Statistik, Travel 2.0, Web 2.0
Holger Sicking am 28.10.2011  

Europas Städte holten 2010 die Verluste der Finanzkrise wieder auf

Der Städtetourismus in Europa erholte sich 2010 vollständig von den Rückgängen im Jahr 2009 (Finanzkrise). Die Gesamtnächtigungen stiegen um 6,5% und die Nächtigungen von ausländischen Gästen gar um 8,9%.  

London, Paris, Berlin, Rom und Madrid sind die “Big 5″ im Städtetourismus und die 15 Top-Metropolen zeichneten für ein Nächtigungsvolumen von rd. 234 Millionen verantwortlich!

Die stärksten prozentuellen Zuwächse verbuchten 2010 Amsterdam (+13,6%), Frankfurt (+13,5%), München (+12,4%), Madrid (+11,4%) und Wien (+11%).

Die Hauptherkunftsmärkte für den europäischen Städtetourismus sind die USA, Deutschland, Großbritannien und Italien.

Quelle: European Cities Marketing Benchmarking Report 2011 (990 Euro),



Tags: Benchmark, Städtetourismus, Statistik
Bettina Kuprian am 11.07.2011  

Erstes Alpen-Forum auf der ITB: Branding Excellence in der Alpenregion

Ein Gastbeitrag von Markus Wiesenhofer, International Market Management, Österreich Werbung

Moderiert von Prof. Dr. Klaus Pechlaner (Kath.-Univ. Eichstätt) gaben Klaus-Dieter Koch (Brand:Trust) und Ariane Ehrat (Engadin-St. Moritz) einen Einblick in das Markenmanagement von Alpenregionen. Koch stellte die Markenstudie von Brand:Trust vor. Darin wurden die 40 attraktivsten Wintersportgebiete in Deutschland, Österreich, Schweiz und Südtirol analysiert.

Wie Koch ausführte, sind Marken wie ein Eisberg zu sehen: Der häufigste Fehler ist, dass alle bei den sichtbaren Aspekten verändern (Logo, Werbemittel etc.) und es bei  Oberflächenmanagement bleibt.  Dieser Ansatz ist jedoch nicht erfolgreich, da die Ursachen nicht erkannt werden. Unter der Oberfläche befinden sich die wesentlichen Faktoren im Markenmanagement. Es geht um Spitzenleistungen einer Destination und um die Frage: „Was können wir besser als andere?“

Der Brand:Trust Performance Monitor ist eine Portfolioanalyse, die Marken nach ihrer Bekanntheit und Begehrlichkeit positioniert. Dabei gibt es No Brands, In-Brands, Out-Brands und Star Brands. Ehrat berichtete aus der Markenpraxis einer erfolgreichen Tourismusregion: Im Zusammenschluss der 12 Engadiner Orte plus Starbrand St. Moritz war der Markenbildungsprozess entscheidend. Koch ergänzt, das Menschen grundsätzlich eine einfache und sichere Kaufentscheidung wollen und Marken müssen dies leisten. Wichtig ist es, neben der Bekanntheit, auch Begehrlichkeit auszulösen. Koch hat Maßnahmen dazu in seinem Buch  „Was Marken unwiderstehlich macht – 101 Wege zur Begehrlichkeit“ aufgezeigt.

Markenbotschafterin Christina Guidon vom Engadiner Sommerlauf

Markenbotschafterin Christina Guidon vom Engadiner Sommerlauf

Die größte Hürde im Markenprozess sind die Bewohner einer Destination (vom touristischen Leistungsträger bis zu den lokalen Bewohnern). Marken wachsen immer von innen heraus. Die Menschen müssen mitgenommen werden. Der Prozess beginnt bei den Bewohnern, wie Ehrat aus eigener Erfahrung ergänzt. Dzt. gibt es 80 Markenbotschafter im Engadin (vom Liftwart zur Verkäuferin) und bis zu 300 sind geplant. Diese sind wichtige Multiplikatoren der Marke.

Koch appelliert nochmals, nicht mehr „alles für alle anzubieten“ und erinnert an den Ursache/Wirkungs-Zusammenhang: Wenn man alle für alles anbietet, dann sind auch alle der Wettbewerb. Wenn man aber das richtig Gute für eine bestimmte Zielgruppe anbietet, dann sind es auch nur wenige, bestimmte Mitbewerber.



Tags: Benchmark, Kommunikation, Kundenorientierung, Marke, Zielgruppe, Zukunft
Martina Pürkl am 13.03.2011  
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