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eb Semantics II & der touristische Nutzen

Heute gab es die Kick-off Veranstaltung zum Forschungsprojekt ebSemantics II.

ebsemantics_head

Die Wirtschaftskammer Österreich hat die Vision semantischer Datenverwertung und das Forschungsprojekt initiiert, die Österreich Werbung beteiligt sich daran als Projektpartner, weil wir als Think Tank und Impulsgeber für die österr. Tourismusbranche die "Nase" in den Wind stecken wollen. Das Ziel unserer Projekt-Teilnahme : Evaluierung ob ein einheitlicher semantischer Standard eine effiziente & steuerbare Ausgabe touristischer Ereignisse auf internationalen Plattformen ermöglicht.

Welchen Nutzen wir uns davon erwarten und was wir an semantischen Technologien auch kritisch betrachten finden Interessierte in meinem Kick-off Statement. Zumindest war dies meine Vorlage, ein bisserl nervös ist man ja immer, darum kann das tatsächlich gesagte ein wenig davon abweichen... ;-).



Küß die Hand die Damen, grüß Gott die Herren,
mein Name ist Martin Schobert. Ich bin verantwortlich für die strategische und technische Weiterentwicklung der Online Welten der Österreich Werbung. Eines unserer Unternehmsziele ist als Think Tank und Impulsgeber für die österreichische Tourismusbranche zu agieren, vor allem im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien und im World Wide Web. Genau das ist der Grund, warum die Österreich Werbung sich auch am Forschungsprojekt ebSemantics II beteiligt.

Da trifft sich gut, dass erst vor einigen Tagen Tim Berners-Lee sagte, dass das Semantic Web einmal Google ersetzen könnte.

Wer ist aber der Herr Berners-Lee? Tim Berners-Lee erstellte die erste Webpräsenz für das CERN eine europäische Atombehörde - http://info.cern.ch (die Seite existiert nicht mehr, es gibt aber eine Kopie aus dem Jahr 1992). Sie erläuterte unter anderem was das World Wide Web sein sollte, wie man an einen Webbrowser kommt und wie man einen Webserver aufsetzt. Der Mann sollte sich also auskennen.

Doch was verstehen wir bei der Österreich Werbung nun unter der touristischen Relevanz des Semantic Webs?

Semantic Web heisst - jede Information wäre potentiell mit jeder anderen vernetzbar. D.h. touristische Suchtechnologien könnten wesentlich effizienter sein und die Ergebnisqualität der Informationssuche für potentielle Gäste drastisch erhöhen. Eine schöne Vision, zu der ebSemantics II seinen Beitrag leisten kann. Gerade in einem Informationsgeschäft wie dem Tourismus ist schneller, effzienter Zugang zu Informationen wesentlich.

Das Projekt trägt aus meiner Sicht aber noch eine andere, wesentlich größere Chance in sich: dadurch, dass touristische Angebote und Informationen maschinenlesbar werden, können wir noch gezielter auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen. Können konsequenter aus der Perspektive des Kunden denken und Technologie dort nutzen wo sie uns hilft genau diese Perspektive auch zu liefern. Aus Sicht des Tourismusmarketings heißt das – touristische Ereignisse, Angebote, Ideen international dort verfügbar zu machen, wo sie als nützliche Information von potentiellen Gästen gewünscht und abgerufen werden.

Jetzt spiele ich aber Advocatus Diavoli und frage "ketzerisch":

Braucht es dazu komplizierte technologische Wissensbeziehungen wie Ontologien? Braucht es Websites die auf etablierte international anerkannte technische Standards oder Auszeichnungssprachen für Metadaten wie rdf basieren? Die Antwort: Wir wissen es – heute – noch nicht. Niemand kann noch sagen, welche Semantic Web Technologien zum weltweiten Standard werden.

Viele prophezeien z.B. sogenannten Microsites oder XHTML-Erweiterungen aufgrund deren Einfachheit eine große Zukunft. Diese Form des Semantischen Webs wird häufig auch „lowercase semantic web“ genannt. Bei diesen Anwendungen werden bestehende XHTML-Seiten so verändert, dass in den HTML-Tags semantische Beziehungen beschrieben werden. Vor allem in der Blogosphäre hat diese Methode schon eine weite Verbreitung gefunden.
D.h.: es gibt heute eine Vielzahl von unterschiedlichen Ansätzen – noch ist einfach nicht klar welche Entwicklung sich durchsetzen wird. Deshalb ist ebSemantics so bedeutsam für den österreichischen Tourismus. Wenn wir uns nicht die Frage stellen, was es braucht um einen gemeinsamen, einheitlichen Standard für die Web-Zukunft der österr. Tourismusbranche zu definieren, werden wir nie eine Antwort bekommen.
Deshalb schätzen wir die Vision der WKO, das Projekt ebSemantics umzusetzen um diese Frage aus Sicht Ihrer Mitgliedsbetriebe zu beantworten. Um die Antwort auch für die touristischen Marketing-Organisationen zu erhalten hat sich die Österreich Werbung als „kleiner“ Projektpartner beteiligt. Mit dem Ziel herauszufinden, ob es einen international verwertbaren Use-Case zu diesem Forschungs-Projekt gibt, der der gesamten Tourismus- und Freizeitwirtschaft in Österreich von Nutzen ist.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Themen:

Ein Teilnehmer - 29. Mrz, 19:57

Mir gefällt, dass Sie als Einziger nicht euphorisch übertrieben haben sondern offen ausgesprochen haben, dass das ganze ein Versuchsballon ist. Ich finde auch gut, dass die Kammer ihre Mitgliederreichweite dazu nutzt, strukturierte Daten zu generieren.

Ansonsten fand ich die Veranstaltung grenzwertig. Ich hatte das Gefühl, dass ein paar der Redner nicht wirklich viel Ahnung von globalen Entwicklungen (jenseits von den traditionell langatmigen W3C-Standardisierungsbemühungen) hatten. Uns mäßig innovative und an Paperclip erinnernde Buchungsassisten als Web3.0 zu verkaufen fand ich ziemlich dreist.

Auch der Vortragsstil (Powerpoint-Hölle und gefühlte Stunden dauerndes, mehrmaliges Wiederholen gleicher Argumente) war schwer zu ertragen.

Trotzdem bin ich gespannt, was dabei herauskommt und halte dem Projekt die Daumen.( Ich hoffe, dass offene Lizenzen zum Einsatz kommen - und nicht eine proprietäre Datensammlung entsteht.)


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