Interview mit Ulf Sonntag von FUR
Tags: deutsche Reiseanalyse, Deutschland, ITB2013, Marktforschung, Tourismusforschung
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Interview mit Ulf Sonntag von FUR
Claus Sendlinger, CEO von Design Hotels macht etwas ganz Großartiges. Er führt uns mit einer kleinen Zeitreise durch die neuere Geschichte des Designs (vom Studio54 über Philippe Starck bis zu WALLPAPER und Apple). Ganz nebenbei erklärt er, warum erfolgreiche Design-Hotels (und eigentlich die ästhetisch anspruchsvolle Welt) so aussehen wie sie heute aussehen.
Im zweiten Teil seines Vortrages erklärt er eine Erfolgsformel für Design Hotels (oder nicht vielleicht sogar für Hotels generell?):
Concept => Architecture / Design => Brand => => 1. Local Integration => CSR 2. Story
“We need more fiction, we need more stories, we need more eccentrics and true individuals!”
Zuletzt erklärt er, was der Tourismus von der Luxusbranche lernen kann. Es gibt einen fünfstufigen Prozess in der Entwicklung des Luxus bis hin zu seiner höchsten Stufe (intellektuell und poetisch). Sicherlich interessant nicht nur für Vertreter der Design Hotelbranche. Hier der Vortrag im Ganzen (Prädikat sehenswert).
Im Rahmen des Hospitality Days auf der ITB wurden drei neue Hotelkonzepte vorgestellt, die alle sehr außergewöhnlich und erfolgreich sind. Sie könnten allerdings auch kaum gegensätzlicher sein. Aber gerade diese Spannung der kompletten Unterschiedlichkeit hat die Präsentationen so interessant gemacht. Zuerst wurde das Dormero Hotel in Stuttgart präsentiert. Dormero baut voll auf Multimedia, sowohl in Zimmern als auch in Lobby, Bar, etc.. Highlight ist eine 3D Licht- und Soundshhow, die jeden Abend in der Whitelounge ein Spektakel ist.
Zweitens wurde das Ushuaia Beach Hotel auf Ibiza vorgestellt. Hier geht es im Wesentlichen um Party. Mehrmals die Woche findet eine riesiges Clubbing vor dem Hotel statt als Teil des Hotelkonzeptes mit insgesamt ca. 5.000 Gästen: laut, feuchtfröhlich und sexy. Schlafen können die Gäste ab 00:00 Uhr, wenn das Clubbing endet. Gezeigt wurde ein 10 minütiger Zusammenschnitt dieser Clubbings, der einen großen Teil der Anwesenden im ITB Saal selbst in Partyfieber versetzte.
Der Puls wurde dann schlagartig auf ein harmonisches Maß gesenkt durch die letzte Hotelverstellung, die absolut sehenswert ist. Sextantio Le Grotte de la Civita und Sestantio Albergo Diffuso: In jahrelanger Arbeit wurde ein romantisch in den Bergen gelegener italienischer Ort renoviert und nun kann man (unter anderem) in als Hotelzimmer umgebauten Höhlen übernachten. Hier ein Photo:
Wenn man näher darüber nachdenkt, fällt einem auf, dass alle vorgeführten Hotelkonzepte vor allem eines gemeinsam haben bei aller Unterschiedlichkeit: Sie sind hochemotional. Sie sprechen die Sinne an. Wahrscheinlich ist es diese Formel, die letztlich ausschlaggebend ist.
Gastbeitrag von Sabine Enthammer, International Market Management
In einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zum Thema „Die Krise um die Zukunft der Printmedien und die Auswirkungen auf die Reiseindustrie“ lieferten sich Vertreter deutscher On- und Offlinemedien harte Wortgefechte. Nach schwindenden Auflagen und sinkenden Einnahmen stellen sich nicht nur unsere deutschen Nachbarn die Frage: Bricht das Print-Geschäftsmodell zusammen? Ist der Reisejournalismus vom Aussterben bedroht? Wie kann man mit Nachrichten im Internet Geld verdienen?
Romanus Ott, General Manager von DIE WELT Digital, hat dafür eine klare Antwort: Die herkömmlichen Geschäftsmodelle im Print müssen auf neue Säulen gestellt werden. Es brauche Qualitätsjournalismus im Onlinebereich und neue Vertriebserlöse durch Paid Content. Und das bedeute im Klartext: Eine definierte Anzahl von Artikeln sind für den Leser gratis, für den Rest müsse schlicht und einfach bezahlt werden.
Pascal Brückmann, Product Manager der WAZ Media Group, hingegen verteidigt Ehre und Ethos seiner Branche und meine, nur was gedruckt ist, könne Journalismus oder Wahrheit oder Kritik sein. Das “Bashing” der Branche, Print ist OUT und Social Media ist IN, müsse endlich einmal ein Ende haben. Wer ist denn tatsächlich bereit, für Onlineartikel, an denen Preisschilder hängen, viel Geld zu bezahlen? Alles eine Frage der Qualität, kontert Maria Pütz-Willems, Editor-in-Chief von hospitalityInside.com, einem anzeigenfreien Onlinemagazin für Hotelmanagement. Wer seinen Lesern klar mache, dass es wert sei, für inhaltlich guten Content zu bezahlen, wird langfristig die Nase vorne und die Leser auf seiner Seite haben.
Während sich also die Vertreter der deutschen On- und Offlinemedien uneinig über künftige Geschäftsmodelle sind, hängen auch bei uns die Krisenwolken tief, wie der Verband Österreichischer Zeitungen mit den Inseraten “Was wäre die öffentliche Meinung ohne jemanden, der sie veröffentlicht?” kürzlich unter Beweis stellte.
Zurückkommend aber auf die Eingangsfrage, welche Auswirkungen die Zukunft der Printmedien auf die Reiseindustrie nehme, konnte ich mir aus der Diskussion noch folgendes mitnehmen:
Laut einer durch den Travel Industry Club Ende 2012 durchgeführten Umfrage unter Managern der deutschen Reiseindustrie informieren sich nur noch ein Drittel der Entscheider durch die Lektüre von Print-Informationen. 68% nutzen dagegen Brancheninformationen, die online verfügbar sind.
Und wie informiert sich der deutsche Gast?
(Quelle. F.U.R. Deutsche Reiseanalyse 2011)
Die Österreich Werbung präsentierte gemeinsam mit mehr als 70 Partnern „Urlaub in Österreich“ am Gemeinschaftsstand in Halle 17. Die Bilanz nach drei Fachbesuchertagen in ausgewählten Zahlen: 166 österreichische Touristikerinnen und Touristiker führten geschätzte 1.400 Stunden Fachgespräche am Stand, rund 150 Medienvertreter besuchten alleine die ÖW-Presseveranstaltungen, 1.102 Bilder machte der ÖW-Fotograf und 686 Portionen Kaiserschmarren sowie 638 Flaschen Almdudler gingen im Network Cafe über den Tresen.
Ein Überblick über die Standgestaltung und Präsentation Österreichs auf der ITB
mit Interviews prominenter Gäste:
Hoher Besuch am Österreich-Stand
Am Eröffnungstag kam Wirtschafts- und Tourismusminister Dr. Reinhold Mitterlehner nach Berlin. Gemeinsam mit WKO-Bundesspartenobmann Hans Schenner und ÖW- Geschäftsführerin Dr. Petra Stolba betonte er beim Pressegespräch am Österreich-Stand vor österreichischen Journalisten die Bedeutung des deutschen Marktes für den heimischen Tourismus. Beim anschließenden Standrundgang bot sich ausreichend Gelegenheit für Gespräche mit heimischen Touristikern. Auch der regierende Bürgermeister Klaus Wowereit ließ sich heuer den Besuch nicht entgehen und genoss die Gastfreundschaft am Österreich-Stand, ebenso wie der deutsche Staatssekretär für Tourismus Ernst Burgbacher.
Zur Bildergalerie Standrundgang 1. Tag
Zur Bildergalerie Standrundgang 2. Tag
Gastbeitrag von Erik Riegler, Partnermanagement
Das Reputation Institute ist das weltweit führende Beratungsinstitut zum Thema Image von Destinationen, Organisationen und Unternehmen. Es bietet Entscheidungshilfen zur Sicherung und Steigerung von Image und Mitbewerberstrategie und ist weltweit in 30 Ländern vertreten. Shahar Silbershatz, Director Reputation Institute, spricht einleitend über die maßgeblichen Motive und Faktoren von Imagebildung von Marken und Ländern und geht den Fragen nach
Shahar Silbershatz erklärt die Entstehung der Image Wahrnehmung so:
Jede Destination hat ihren eigenen “Reputations-Puls”, ein Pulsschlag der sich permanent verändert und durch drei wesentliche Einflussfaktoren beim Menschen bestimmt ist. Persönliche Erfahrungen, Informationen die von der Destination kommen sowie Berichte und Meinungen Dritter. Allen drei Faktoren liegen sowohl emotionale und rationale Wahrnehmungen zu Grunde, wobei die emotionalen mehr Einflussstärke haben – welch‘ Überraschung!
Nach einer doch etwas trockenen theoretischen Herleitung mit geringem Tourismusbezug kommen endlich die erhofften Destinations-Rankings. Und Österreich liegt gut im Rennen!
Diese Hitliste der 50 renommiertesten Länder (weltweite Ergebung 2012) zeigt Kanada, Australien, Schweden, Schweiz, Norwegen auf den ersten Rängen. Österreich liegt dabei an beachtlicher neunter Stelle. Das Ranking basiert auf den Abfragekriterien Besuchen, Investieren, Leben, Arbeiten, Studieren, Einkaufen.
Eine weitere spannende Erkenntnis zeigt der starke Einfluss der Reputationssteigerung auf die Reiseumsätze:
5 % Reputationssteigerung führen durchschnittlich zu 12 % Steigerung der Reiseumsätze.
Einige der eingangs gestellten Fragen bleiben zwar offen, aber folgende Erkenntnisse sind für die touristische Marktbearbeitung und Produktgestaltung von Bedeutung:
Die Reputation einer (Tourismus-) Destination ist bei einzelnen Gästezielgruppen sehr unterschiedlich. Den letzten und entscheidenden Faktor für die Destinationswahl bringt der Vortragende klar auf den Punkt – die Freundlichkeit der Bevölkerung. Vor allen anderen Faktoren wie Sauberkeit, Sicherheit, Service …
Hier gibt’s mehr Infos und die Folien zum Vortrag: www.reputationinstitute.com/itb
Die Internationale Tourismus-Börse (ITB) in Berlin gilt als weltweit wichtigster Treffpunkt der Reisebranche. Bei der 47. ITB präsentierten sich mehr als 10.000 Aussteller aus 188 Ländern auf der voll belegten Ausstellungsfläche. Partnerland war in diesem Jahr Indonesien.
Insgesamt reisten rund 110.000 Fachbesucher nach Berlin, mehr als 43 Prozent von ihnen kamen aus dem Ausland. Rund 6.000 akkreditierte Journalisten aus 80 Ländern und 250 Blogger berichteten von der ITB. Sehr gute Nachfrage erfuhren auch die zahlreichen Vorträge, die am Rande der ITB stattfanden.
Hier einige Eindrücke bei einem Rundgang durch die ITB 2013
Jetzt schon vormerken: ITB BERLIN 2014 5. – 9. März
Fachbesucher: 5. – 9. 3. 2014 10-18 Uhr
Privatbesucher: 8. – 9. 3. 2014 10-18 Uhr