TrendOne arbeitet mit 80 Trendscouts weltweit und identifiziert die wichtigsten Microtrends, die in eine Datenbank eingespeist werden und den Nutzern online zur Verfügung stehen. Die Trendscouts berichten von den weltweit innovativsten Produkten, neuen Technologien und kreativen Marketingansätzen. Die Trendanalysten von TrendOne analysieren die Innovationen und ordnen sie Microtrends zu.
Die Innovationen müssen dabei folgende Kriterien erfüllen:
neu
intelligent
leistungsstark
strukturverändernd
Die neuesten Tourismusmicrotrends, die von TrendOne identifiziert werden, finden sich übrigens seit neuestem auch in der “Bulletin”-Zeitschrift der Österreich Werbung.
Ich habe ein interessantes Interview mit Oliver Puhe (Senior TrendAnalyst bei TrendOne) auf der itb geführt. Er hat auch gleich eine interessante Innovation auf seinem ipad vor der Kamera vorgeführt. Anschauen.
Wie auch schon im letzten Jahr haben wir Uwe Frers, Gründer und Geschäftsführer von TripsByTips, zu den aktuellen Trends auf der ITB interviewt. Aus seiner Sicht gibt es vier Themen, um die es sich in diesem Jahr verstärkt dreht:
Kevin May ist Gründer und Herausgeber der Online-Plattform Tnooz, die sich als AnbietervonNachrichten,Analysen undKommentaren zum Thema eTourisms versteht.
Als Branchenkenner haben wir ihn zum Thema Video- und Bewegtbild im Tourismus sowie nach seiner Einschätzung zum Verhältnis von Suchmaschinen und Social Media gefragt:
Die Deutsche Reiseanalyse veröffentlichte pünktlich zur itb Berlin die Deutsche Reiseanalyse 2011 mit interessanten Ergebnissen zu den Urlaubsreisen der Deutschen.
Die wichtigsten Ergebnisse finden sich hier.
Nach der Veröffentlichung der Zahlen habe ich den Marktforscher der Reiseanalyse Ulf Sonntag zu den wichtigsten Ergebnissen interviewt:
Ein Gastbeitrag von Markus Wiesenhofer, International Market Management, Österreich Werbung
Am Freitag nachmittag stand im ITB Convention Program der Städtetourismus im Blickpunkt. Die Tourismusdirektoren von Berlin, Wien und Stockholm berichteten über die Entwicklung in diesen Tourismusmetropolen, über ähnliche Herausforderungen aber auch Unterschiede. Burkhard Kieker/CEO von VisitBerlin erklärte den Erfolg von Berlin als Destination (und verglich Berlin sogar mit „Atlantis“, aufgetaucht aus der Versenkung) als Stadt des ewigen Wandels und Fokuspunkt der Geschichte. 60% der Besucher der Hauptstadt stammen noch immer aus Deutschland, obwohl die internationalen Märkte verstärkt im Fokus der Marktbearbeitung stehen. Die Top-4 der ausländischen Märkte sind derzeit Italien (und dies obwohl bisher vorwiegend nur Medienarbeit eingesetzt wurde), Großbritannien, Spanien und USA. Viele Gäste Berlins kommen heute hierher weil sie den spezifischen „Lebensstil“ erleben wollen. In Berlin trifft sich also nicht zur ITB die Welt.
Liveable City. Sustainable Quality of Life as Success Driver of Urban Branding
Andreas Reiter (ZTB) gab einen Überblick zu aktuellen Aspekten der Stadtentwicklung im Hinblick auf Freizeit- und Tourismuswirtschaft. Vor dem Hintergrund des steigenden Wettbewerbs- und Innovationsdruck stehen Städte in einem Wettbewerb um Talente, Investoren und Touristen. Dabei hilft integriertes Standortmarketing, wo Tourismus und Standortpolitik gemeinsam entwickelt werden.
Die 4 Erfolgsfaktoren der urbanen Erlebnisökonomie sind:
Attractions
Amentities
Access
Authenticity.
Auffällig ist für Reiter eine sog. „repetitive Produkt-Semantik“ d.h. eine weitestgehende Homogenisierung der Städte und kaum Differenzierung (z.B. City Beaches, keine markenkonforme Events). Gleichzeitig entstehen neue Kreativ-Touristen im Sinusmilieu „Postmaterielle“. Diese sind „Trüffelschweine der Exzellenz“, die sehr gut informiert und bestens vernetzt der Destination begegnen.
Die Key Values dieser Klasse sind: Inspiration, Self-Experience, Easy Going, Sustainability, Community.
Boutiquehotel Stadthalle Wien
Ökonomie und Ökologie wird verbunden. Die Entwicklung geht weg von creative cities hin zu “liveable cities“ mit hoher Lebensqualität für Bewohner und Besucher. Der Wohlstand einer Region wird künftig nicht nur monetär/wirtschaftlich sondern verstärkt über Softfaktoren bewertet („Beyond GDP discussion”). Weltweit wird ein neuer Fortschrittsindex diskutiert und bereits mancherorts komplementär zum BIP eingeführt. Die Lebensqualität dient als Grundmelodie eines holistischen Place Branding von der Strategie über das Urban Setting zur Kommunikation. Zu beachten ist dabei, die neue heimliche Leitwährung Zeit – „Maximum emotion in minimum time“. Die wachsende Gruppe der modernen Urbaniten sind Einheimische auf Zeit (z.B. couchsurfing oder www.lifelikealocal.com). Das „Greening“ der Städte leitet einen Paradigmenwechsel ein (von den Green Games of London 2012 zum enorm spannenden Projekt der Müllverbrennungsanlage in Kopenhagen die von der Bjarke Ingels Group zu einer Wintersportdestination ausgebaut wird).
Ein Gastbeitrag von Markus Wiesenhofer, International Market Management, Österreich Werbung
Moderiert von Prof. Dr. Klaus Pechlaner (Kath.-Univ. Eichstätt) gaben Klaus-Dieter Koch (Brand:Trust) und Ariane Ehrat (Engadin-St. Moritz) einen Einblick in das Markenmanagement von Alpenregionen. Koch stellte die Markenstudie von Brand:Trust vor. Darin wurden die 40 attraktivsten Wintersportgebiete in Deutschland, Österreich, Schweiz und Südtirol analysiert.
Wie Koch ausführte, sind Marken wie ein Eisberg zu sehen: Der häufigste Fehler ist, dass alle bei den sichtbaren Aspekten verändern (Logo, Werbemittel etc.) und es bei Oberflächenmanagement bleibt. Dieser Ansatz ist jedoch nicht erfolgreich, da die Ursachen nicht erkannt werden. Unter der Oberfläche befinden sich die wesentlichen Faktoren im Markenmanagement. Es geht um Spitzenleistungen einer Destination und um die Frage: „Was können wir besser als andere?“
Der Brand:Trust Performance Monitor ist eine Portfolioanalyse, die Marken nach ihrer Bekanntheit und Begehrlichkeit positioniert. Dabei gibt es No Brands, In-Brands, Out-Brands und Star Brands. Ehrat berichtete aus der Markenpraxis einer erfolgreichen Tourismusregion: Im Zusammenschluss der 12 Engadiner Orte plus Starbrand St. Moritz war der Markenbildungsprozess entscheidend. Koch ergänzt, das Menschen grundsätzlich eine einfache und sichere Kaufentscheidung wollen und Marken müssen dies leisten. Wichtig ist es, neben der Bekanntheit, auch Begehrlichkeit auszulösen. Koch hat Maßnahmen dazu in seinem Buch „Was Marken unwiderstehlich macht – 101 Wege zur Begehrlichkeit“ aufgezeigt.
Markenbotschafterin Christina Guidon vom Engadiner Sommerlauf
Die größte Hürde im Markenprozess sind die Bewohner einer Destination (vom touristischen Leistungsträger bis zu den lokalen Bewohnern). Marken wachsen immer von innen heraus. Die Menschen müssen mitgenommen werden. Der Prozess beginnt bei den Bewohnern, wie Ehrat aus eigener Erfahrung ergänzt. Dzt. gibt es 80 Markenbotschafter im Engadin (vom Liftwart zur Verkäuferin) und bis zu 300 sind geplant. Diese sind wichtige Multiplikatoren der Marke.
Koch appelliert nochmals, nicht mehr „alles für alle anzubieten“ und erinnert an den Ursache/Wirkungs-Zusammenhang: Wenn man alle für alles anbietet, dann sind auch alle der Wettbewerb. Wenn man aber das richtig Gute für eine bestimmte Zielgruppe anbietet, dann sind es auch nur wenige, bestimmte Mitbewerber.
Ein Gastbeitrag von Markus Wiesenhofer, International Market Management, Österreich Werbung
Der neuseeländische Universitätsprofessor Ian Yeoman (www.etfi.eu) nahm die Teilnehmer des ITB Marketing & Distribution Days mit auf eine Reise in die Tourismuszukunft. Die drei wesentlichen Faktoren, die die Zukunft der Welt beeinflussen werden, treiben auch den Tourismus an:
Wohlstand
Ressourcen und
Technologie.
Layar-App
Ja, das Wachstum kommt aus Asien. Aber nein, der Wohlstand wird nicht unbedingt gleichmäßiger verteilt. Die neuen/jungen Märkte sind vor allem in Indien und Brasilien zu finden. Die europäischen Märkte altern rapide – soweit altbekannte demografische Entwicklungen. Die offenen Münder im Publikum entstanden dann jedoch bei der Vorstellung von neuen hochtechnologischen Entwicklungen, die schon bald auch den Tourismus maßgeblich beeinflussen werden: Gestural interfaces, Besucherzentren mit Robotern (Banco Santander), Hologramme (japanisches Popkonzert) und den Brillen und Kontaktlinsen mit “augmented reality-Funktionen”. Yeoman spannte den Bogen weiters über viele Facetten des gesellschaftlichen Wandels und wie Experience Economy, Fluid Identity und dem Spannungsfeld zwischen Materialismus und der Balance zwischen Fortschritt und Ökologie.
Fazit trotz allem technischen Fortschritts: Der Mensch bleibt im Mittelpunkt und die Marke wird wichtiger denn je. Zum Abschluss gab uns Prof. Yeoman noch einen Tipp mit: Die gelungene Marketingkampagne von Südkorea Tourismus, die einige der erwähnten Strömungen bereits jetzt mit Storytelling intelligent verbindet: „An extraordinary journey“: www.haru2010.com
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