Wie lernende Systeme Ihre Internetwerbung revolutionieren werden

- von Yvonne Beckers-

 Stellen Sie sich vor, Sie haben zwei Mitarbeiter. Der eine, nennen wir ihn Herr Müller, arbeitet still vor sich hin. Er nimmt alle Ihre Aufträge gewissenhaft entgegen und arbeitet alles ab.

 Der andere Mitarbeiter, Herr Schlau, nimmt Ihre Aufträge entgegen, arbeitet diese ab, und berichtet Ihnen im Anschluss daran detailliert über seine Arbeit. Darüber hinaus liefert er Ihnen noch die ein oder andere Idee zur Optimierung Ihrer Produkte. Das ermöglicht Ihnen, Ihre gesamte Strategie stets den aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

Mit welchem Mitarbeiter arbeiten Sie lieber zusammen – Herr Müller oder Herr Schlau? Dumme Frage, denken Sie jetzt wahrscheinlich! Schaut man sich aber die derzeitige Werbepraxis im E-Marketing an, dann findet man jede Menge „Herr Müllers“ und keine „Herr Schlaus“.

Werbemittel werden derzeit über sogenannte Adserver an vermutlich für Sie relevante Internetseiten ausgeliefert. Im besten Fall klickt ein Besucher der Seite auf Ihre Werbemittel. Dieser Besucher landet auf Ihrer Seite und macht dort irgendwas. Ihr Werbemittel aber ist nicht in der Lage dem Adserver eine Rückmeldung über die Qualität des Besuchers zu geben. Wie hat sich dieser denn auf Ihrer Seite danach verhalten? Ist er direkt wieder abgesprungen, hat er vielleicht den Inhalt Ihrer Seite aufmerksam gelesen oder sogar einen Prospekt bestellt?

Das Werbemittel gibt genauso wenig Feedback zu seiner Arbeit wie unser Herr Müller. So läuft das tausendfach, jeden Tag, je nachdem wie viele „Herr Müllers“ für Sie arbeiten.

Das E-Marketing Team der Österreich Werbung Deutschland hat nun aber so einen „Herrn Schlau“ entwickelt.

Gemeinsam mit der Plista GmbH aus Berlin schufen sie ein intelligentes System, dass durch Rückmeldungen an den Adserver wichtige Informationen zur Optimierung der Werbeschaltung sendet. Diese werden so detailliert zurückgespielt, dass der Adserver ganz gezielt da Banner schaltet, wo sich die interessantesten User aufhalten.

Wer interessant ist, bestimmt der Kunde. Ganz egal, ob es um eine längere Verweildauer auf der eigenen Website geht, die Senkung der Abbruchrate oder mehr User, die Prospekte bestellen. Dank der zurückgelieferten Informationen des Systems kann der Traffic im Detail optimiert werden.

 

Alles, was unser Herr Schlau braucht, um gute Informationen zu liefern, ist die Anbindung an den Google Analytics Zugang des Kunden und eine Zielsetzung, wie z.B. der Wunsch nach einer längeren Verweildauer der User auf der eigenen Website. Logisch ist, dass sich seine Arbeit besonders bei längerem Einsatz des Systems lohnt. Mit jedem Tag, den das System arbeitet, lernt es mehr über das Userverhalten auf der Website und kann somit immer besser die interessantesten Seiten für die Werbeschaltung herausfiltern.

Die Plista GmbH freut sich natürlich über die innovative, gemeinsame Neuentwicklung mit der Österreich Werbung Deutschland. Als Belohnung für die tolle Idee, erhalten alle Kunden, die über die Österreich Werbung Deutschland buchen daher auch einen attraktiven Rabatt von 30 % auf das Produkt. So wäscht eine Hand die andere.

Ich persönlich wünsche mir zukünftig, dass mehr solcher „Herr Schlaus“ im Netz eingesetzt werden. Das schont nicht nur das Werbebudget der Kunden, sondern auch die Nerven der Internetsurfer. Ich heiße die Idee, demnächst mehr Werbung, die genau auf mich zugeschnitten ist zu sehen, sehr willkommen. Seien wir doch mal ehrlich – wer ärgert sich beim Surfen im Netz nicht ständig über all die wahllos ausgelieferte Werbung?

Mehr Informationen zum neuen Plista Produkt der Österreich Werbung Deutschland GmbH erhalten sie hier.



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 Yvonne Beckers am 15.11.2011  

Busreiseunternehmer atmen auf!

Vorerst keine Mautgebühr für Busse auf deutschen Autobahnen

Der entsprechende Vorschlag einzelner SPD und Grünen geführten Bundesländer wurde im Bundesrat Ende September mehrheitlich überstimmt. Mit dieser Nachricht endete eine seit August andauernde Zitterpartie der deutschen Busunternehmer.

Aber aus welchem Hut wurde dieser Vorschlag gezaubert, der sowohl für die Branche, als auch am Ende für den Kunden einen nicht unerheblichen Mehrkostenaufwand bedeuten würde? Im Prinzip fing alles sehr gut an. Doch getreu dem Sprichwort „Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert“ lief auch hier ein bisschen was aus dem Ruder.


Neuer Gesetzentwurf soll einiges ändern

Am 03. August 2011 erfreute der deutsche Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer im Auftrag der Bundesregierung die Branche mit der Ankündigung das längst veraltete Personenbeförderungsgesetz aus dem Jahre 1934 zu überarbeiten. Ein neuer Regierungsentwurf soll vor allem einen freien Wettbewerb und die Erleichterung bei der Einführung neuer Fernbuslinien ermöglichen. Das Gesetz soll ab 2012 in Kraft treten.Postbus © Österreich Werbung_Weinhaeupl W._klein

Bisher ist es in Deutschland außerhalb Berlins kaum möglich Fernbuslinien einzuführen, da im Personenbeförderungsgesetz verankert ist, dass Linien nur dann eingeführt werden dürfen, wenn die betreffende Strecke noch nicht ausreichend durch den Giganten Deutsche Bahn oder andere bestehende Verkehrsmittel bedient wird. Lediglich Berlin bildet noch durch den alten Inselstatus von vor der Wende eine Ausnahme. Das neue Gesetz soll laut Herrn Ramsauer nun an europäische Nahverkehrsrechte angepasst werden. Das öffentliche Nahverkehrsnetz bleibt weiterhin geschützt, indem eine Beförderung von Personen in Fernbussen zwischen zwei Haltestellen in einem Abstand unter 50 Kilometer unzulässig sein soll. So ist gewährleistet, dass das neue Gesetz nur der Einführung echter Fernlinien dient.


Der Gesetzentwurf traf jedoch nicht auf einheitlich offene Ohren.

Besonders der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßte den Entwurf im ersten Schritt, plädiert jedoch in dem Zuge für die Einführung einer entsprechenden Autobahnmaut für Busse. Diesem Ruf schlossen sich die Rot-Grün regierten Bundesländer Deutschlands an. Da jedes neue Gesetz in Deutschland im ersten Schritt den Bundesrat, sprich der Vertretung der 16 Bundesländer, durchlaufen muss, hatten betreffende Länder dort die Möglichkeit eine entsprechende Forderung zu stellen.* Beim endgültigen Plenum des Bundesrates ist der Vorschlag, sicher auch aufgrund des massiven Protestes der Branche, nun doch abgelehnt worden.


Entspannt zurücklehnen dürfen sich Busunternehmer und deren Kunden aber noch nicht.

Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen – die Forderung der Rot-Grünen Bundesländer ist mit der Stellungnahme des Bundesrates nun an die Regierung weitergereicht worden. Zudem will die Bundeskanzlerin demnächst die Einführung einer allgemeinen PKW Maut im Bundeskabinett behandeln. Über diesen Umweg könnte es dann zukünftig doch noch eine Autobahnmaut für Busse geben.

Die Branche hat jedoch wenig Verständnis für solch ein Vorhaben. Ist doch der Bus das mit Abstand klimafreundlichste Verkehrsmittel mit gerade einmal 15-20 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer. Ein Bus ersetzt eine PKW Kolonne von 30 Fahrzeugen. Damit könnten sich Busse, ganz nebenbei, zu einem prima „Stauvermeider“ auf deutschen Autobahnen meistern. Ein interessanter Aspekt, betrachtet man die Tatsache, dass die Autobahnmaut im Jahre 2006 unter anderem zur Vermeidung zu vieler Staus geschaffen wurde.


Busse zahlen doch bereits!

Rein steuerlich sind Busse auch für den Fiskus sehr attraktiv: über den Dieselkraftstoffpreis führen sie rund 70 % Steuern ab. Die deutsche Bahn hingegen erfreut sich durch Subventionen über eine Stromsteuerbefreiung in Höhe von 110 Mio. Euro, Flieger werden mit einer Kerosinsteuerbefreiung in Höhe von 680 Mio. Euro jährlich begünstigt.

Laut der größten Branchenverbände in Deutschland geben es also sprichwörtlich tausend gute Gründe um den Bus von der Maut unberührt zu lassen. Zukünftig werden sicher noch einige Kämpfe auf diesem Terrain ausgefochten. Aber zumindest die erste Gefahr ist für die Busreisebranche gebannt – ein entsprechendes, lautes Aufatmen konnte in ganz Deutschland deutlich vernommen werden.

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*Zur deutschen Gesetzgebung: Jeder Gesetzentwurf wird im ersten Schritt dem deutschen Bundesrat, der Vertretung der 16 Bundesländer und des Bundes, vorgelegt. Dieser hat sechs Wochen Zeit für eine Stellungnahme. Danach wird der Entwurf samt der Stellungnahme an den Bundestag, dem deutschen Parlament, weitergereicht. Dieser diskutiert und arbeitet das Gesetz in drei Sitzungen aus. Danach gelangt das Gesetz wieder an den Bundesrat, der diesem zustimmen muss. Gelingt dies nicht, dann wird im Sinne einer Einigung ein Vermittlungsausschuss, bestehend zur Hälfte aus Mitgliedern des Bundesrates und des Bundestages, einberufen. Der nun fertige Entwurf geht dann an die Bundesregierung und im letzten Schritt an den Bundespräsidenten, der gewährleistet, dass das Gesetz Verfassungskonform ist. Erst dann wird es offiziell verkündet.


Link zur österreichischen Busmautregelung: http://www.austria.info/de/reiseplanung-oesterreich/maut-vignette-oder-go-box-1161606.html



 Yvonne Beckers am 27.10.2011  

Was bewegt den deutschen Sommergast wohin?

In den letzten Jahren musste das Image der Alpenländer vermehrt Federn lassen. Auf der steten Suche nach Ruhe, Ausgeglichenheitund Abstand zum Alltag zog es die Deutschen vermehrt in die Mittelmeerregionen.

 

fernglas„Die Alpen haben sich in den letzten 20, 30 Jahren von einem Reiseziel für jeden zu einem Reiseziel für Natur- und Aktivurlauber mittleren Alters entwickelt“ (Lohmann, 2011). Genau dieses Potential scheint sich Österreich in diesem Sommer  zu Nutzen gemacht zu haben.

Schaut man sich die derzeitigen Prognosen für den Sommer an (die endgültigen Zahlen standen zum Redaktionsschluss noch nicht fest), so verzeichnet Deutschland in den Monaten Mai bis Juli ein gutes Plus sowohl bei den Ankünften als auch bei den Nächtigungen! Und eben letztere gingen in den letzten zehn Jahren eher zurück. Die Deutschen reisten zwar noch fleißig nach Österreich, blieben aber immer kürzer.

Eine spezielle Erhebung der Österreich Werbung mittels tiefenpsychologischer Interviews (Morphologische Untersuchung) stellte heraus, dass die deutschen Gäste Österreich als heile Welt empfinden. Besonders das Bekenntnis der Österreicher zu Tradition und Werten wird sehr geschätzt, ging doch genau dies in Deutschland selber in den letzten Jahren immer mehr verloren (siehe Bankenkrise und ähnliche Skandale). In der Suche der Deutschen nach Geborgenheit, Ruhe und einfach mal dem Alltagsstress entfliehen, bildet Österreich die perfekte Oase an der südlichen Grenze der Bundesrepublik.

Liest man dies, so fragt man sich, warum die Deutschen denn in den letzten Jahren nicht länger geblieben sind. Die Antwort ist simpel: die heile Welt, die zunächst gesucht wird, fällt einem nach wenigen Tagen dann doch auf den Kopf. Der deutsche Gast sucht nach Abwechslung und Anregung für Geist und Körper. Findet er dies nicht, so fährt er wieder nach Hause, oder aber weiter über die Grenze nach Italien.

Mit diesem Wissen schafft die österreichische Tourismusbranche nun neue Angebote um dem Aufenthalt der deutschen Gäste die richtige Balance zwischen sinnstiftender Ruhe und der nötigen Anregung für Geist und Körper zu geben.

Die Österreich Werbung in Deutschland zum Beispiel schuf mit den Sommerglücksmomenten bereits im Jahre 2010 eine Kampagne, die genau in diesen Topf einzahlt. Ziel der Kampagne ist es die Aufmerksamkeit für die entfaltende Wirkung von prachtvoller Natur, Bewegung, Gastfreundschaft und Wohlfühlen in Österreich zu erreichen. Gemeinsam mit den teilnehmenden Partnern möchte man begeistern, Neugierde und Begehrlichkeiten wecken.

All diese Maßnahmen haben ein Ziel: dem deutschen Gast mehr Gründe nicht nur für ein „Kommen“ nach Österreich zu bieten, sondern vor allem für ein „längeres Bleiben“. Und anscheinend sind wir da auf einem guten Weg – die Kunst ist nur, diesen konsequent weiter zu gehen!

Mehr zur Kampagne “Sommerglücksmomente 2012″ hier.



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 Yvonne Beckers am 22.09.2011  

Nachhaltigkeit in Deutschland – Randthema oder Massenbewegung?

„Die Themen „Nachhaltigkeit“ und „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ sind für viele Menschen von großer Bedeutung.“, verlautbart eine aktuelle Studie der deutschen Karl Kübler Stiftung unter Berufung einer Online Umfrage des Institutes YouGov.[1] Im Rahmen dieser Befragung stimmten 90 Prozent der Teilnehmer der Aussage zu, dass „wir auf lange Sicht nicht auf Kosten der Menschen in anderen Regionen der Erde und auf Kosten anderer Generationen leben dürfen“.

Aber wie sieht es aus, wenn es ums Eingemachte geht? Laut dem aktuellen Umweltbericht des Bundesumweltministeriums geben 20 Prozent der Bevölkerung an, dass Umwelt- und Klimaschutz unter den politischen Aufgabenbereichen an erster oder zweiter Stelle stehen sollten.[2] Schaut man sich die Bereitschaft an, persönlich für nachhaltige Produkte tiefer in die Tasche zu greifen, sind immerhin noch 77 Prozent bereit einen Aufpreis zu zahlen. Ab zehn Prozent steigen jedoch 39 Prozent der Verbraucher aus. Immerhin 29 Prozent der Befragten würden einen Aufpreis von bis zu 20 Prozent akzeptieren.[3]

Nachhaltigkeit in Politik & Wirtschaft

Generell ist das Thema „Nachhaltigkeit“ in der gesamten Bundesrepublik als solches angekommen. Die breite Masse erwartet hier klare Maßnahmen von Staat und Industrie, die diesem Ruf immer mehr nachkommen.[4] Allein am Beispiel Treibhausgasemissionen zeigt sich, dass Deutschland bereits Vorreiter in Sachen Klimaschutz ist. Das Ziel einer Minderung der Treibhausgasemissionen um 21 Prozent bis zum Jahre 2010 wurde bereits im Jahre 2008 mit 22,4 Prozent überschritten. Auch Deutschlands Unternehmen bemühen sich zunehmend dem Ruf nach umweltbewusstem Handeln gerecht zu werden.

Gelebte Nachhaltigkeit in der Bevölkerung

Für 82 Prozent der Bevölkerung wird ein hohes Umweltbewusstsein und umweltfreundliches Verhalten nicht mehr nur mit Verzicht, sondern auch mit hoher Lebensqualität verbunden. Der Anteil der Menschen, die sich im Umwelt- und Naturschutz aktiv engagieren hat sich von 4 % (2008) auf 9 % mehr als verdoppelt! [5] Dies zeigt sich auch im täglichen Kaufverhalten: der Anteil an Biolebensmitteln mit vorzugsweise regionaler Herkunft steigt stetig. Regional ist „in“ wie lange nicht mehr.

Nachhaltigkeit bei den Postmateriellen & Etablierten© Kai Gaedtke_Berlin

Für Etablierte ist der Umweltschutz kein Herzensanliegen. Jedoch gehört ein gewisses Maß an Umweltschutz zum guten Ton. Da man es sich leisten kann, ist man durchaus bereit mehr Geld für nachhaltige Produkte zu zahlen. Der Trigger ist in diesem Fall jedoch nicht die Nachhaltigkeit, sondern die damit verbundene (oder zumindest vermutete) bessere Qualität. Der Erhalt natürlicher Lebensräume zum Beispiel ist den Etablierten vor allem daher wichtig, weil diese für die Erholung des Menschen wichtig sind. Und genau hier unterscheidet sich dieses Milieu sehr von den Postmateriellen. Diese schützen die Umwelt nicht aus reinem Selbstzweck, sondern weil sie es einfach wichtig finden, dass die Umwelt geschont wird und die Artenvielfalt erhalten bleibt. Sie lehnen z.B. mit einer deutlichen Mehrheit (im Vergleich zu allen anderen Milieus) den Einsatz von Gentechnik ab. Jeder zweite Postmaterielle würde niemals gentechnisch veränderte Produkte erwerben. Sie sind im Gegensatz zu Etablierten auch bereit unkomfortable Veränderungen und Einschränkungen zu Gunsten der Nachhaltigkeit in Kauf nehmen. Genauso wie Etablierte sind sie bereit mehr Geld für nachhaltigen Konsum auszugeben – die Motive sind jedoch unterschiedlich. Auch hier geht es vor allem um den guten Zweck der Sache.[6] Werblich müssen diese beiden Zielgruppen also zum gleichen Thema komplett anders angesprochen werden.

Nachhaltigkeit darf nicht zum Goldesel mutieren!

Die Themen „Nachhaltigkeit & Umweltbewusstsein“ sind in der gesamten Bevölkerung hochsensibel und werden sehr kritisch beäugt. Aus diesem Grund müssen auch Unternehmen, die damit werben, stets authentisch auftreten. Jüngstes „negativ-Beispiel“ in Deutschland ist die Marke „Bionade“. Die Marke, ursprünglich von einem eher kleinen Getränkehersteller auf den Markt gebracht, schaffte es innerhalb kürzester Zeit zum absoluten Kultgetränk in Deutschland zu werden. Bionade galt als DAS nachhaltige Getränk. Der Hersteller verschrieb sich mit einem Teil der Einnahmen fix der Unterstützung diverser nachhaltiger Projekte. Die Limonade selber ist komplett „Bio“. Im Jahre 2008 machte man allerdings zwei entscheidende Fehler: zum Einen wurde die Marke aus „kleinem Hause“ an den Oetker-Konzern verkauft und verlor dadurch das Image der Underdog Firma. Zum anderen wurde der Preis für einen Kasten Bionade von 13 auf ganze 18 Euro angehoben. „Jetzt sind sie gierig geworden“ kommentierten dies zahlreiche, verärgerte Verbraucher in einschlägigen Foren. Als dann auch noch der neue Konzern die finanzielle Unterstützung einiger nachhaltiger Projekt versagte, fielen die Umsätze der einstigen Vorzeigemarke tief in den Keller.[7] Das Thema „Nachhaltigkeit“ darf nicht als Goldesel missbraucht werden! Die Abgrenzung zu Konsumriesen ist (insbesondere der gebildeten Schicht in Deutschland) immens wichtig.   

Bedeutung der Nachhaltigkeit im Tourismus

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Menschen, denen die Nachhaltigkeit im Alltag wichtig ist, dies auch im Urlaub begrüßen. Belege dafür lieferte unlängst die TUI Deutschland. Eine Umfrage aus dem Jahre 2010 bestätigt, dass bereits 12,8 Prozent der Bundesbürger einmal einen Urlaub in einem Hotel mit Umweltsiegel verbracht haben. Besonders hohen Wert auf das Thema legten auch in dieser Studie wieder Urlauber mit Hochschulabschluss (18,2 %), sowie leitende Angestellte bzw. Beamte (23,4 %). Harald Zeiss, Umweltmanager bei TUI Deutschland sagt dazu: „Das Umweltbewusstsein der Urlauber steigt, Urlaubsqualität heißt für immer mehr Menschen auch Umweltqualität. Das bestätigen unsere internen Zahlen: Die Anzahl der Wiederholer ist in den TUI Umwelt Champion Hotels doppelt so hoch wie in Hotels ohne Umweltsiegel.“ Die TUI als Deutschlands größter Reiseveranstalter setzt hier Maßstäbe: bereits seit 1990 setzt sich die Gruppe für umweltschonenden Urlaub ein. Ein Beispiel ist der TUI Wald auf Mallorca: jeder Urlauber, der mit der TUI auf die Balearen fliegt leistet automatisch einen Beitrag zur Wiederaufforstung eines Waldes auf Mallorca.[8] 

Bedeutung des Trends für das Urlaubsland Österreich

Insbesondere Österreich als das Land mit einer der höchsten Bioanbauflächendichte Europas kann von diesem Trend sehr gut profitieren. Österreich hat praktisch von Natur aus alles, was der nachhaltige Gast wünscht: Regionalität ist Tradition, die ganz selbstverständlich gelebt wird. Thematisch eignet sich hier ganz besonders der klassische Wander- und Erholungsurlaub im Sommer und Herbst. Was viele deutsche Gäste noch nicht oder nur sehr wenig kennen, sind z.B. die wunderschönen National- und Naturparks in Österreich. Diese kombiniert mit einer nachhaltigen Anreise mittels der Bahn und dem Angebot regionaler Speisen ist sicher ein Muss für die wachsende Anzahl der Deutschen, denen unsere Umwelt und der Erhalt dieser sehr am Herzen liegen.

 


[1] Studie des Institutes YouGov in Auftrag der Karl Kübler Stiftung,  2010

[2] Umweltbewusstsein in Deutschland 2010 – Hrsg. Umweltministerium der Bundesrepublik Deutschland

[3] LOHAS – Ernst & Young , 2007

[4] Umweltbewusstsein in Deutschland 2010 – Hrsg. Umweltministerium der Bundesrepublik Deutschland

[5] Umweltbewusstsein in Deutschland 2010 – Hrsg. Umweltministerium der Bundesrepublik Deutschland

[6] Umweltbewusstsein und Umweltverhalten der sozialen Milieus in Deutschland, 2008, Umwelt Bundesamt

[7] Quelle: Welt online

[8] Quelle: TUI Deutschland



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 Yvonne Beckers am 08.03.2011  

Mailings im Zeitalter des Internets – total überholt oder immer noch up to date?

Welchen Einfluss hat eigentlich das stetig wachsende Medium Internet auf klassische Direkt Mailings? Werden diese, wie es Büchern einst prophezeit wurde, durch elektronische Varianten verdrängt? Oder muss man die „guten, alten, postalischen Mailings“ ganz unabhängig von der Tatsache, dass sich immer mehr im Netz abspielt, betrachten?

Gerade weil ein sehr großer Teil der Werbung in Deutschland mittlerweile ins Internet abgewandert ist, sollten wir die Chancen sehen, die ein gut gestaltetes Mailing bietet: es ist im Vergleich zum Internet haptisch erlebbar. Zudem kann ein Mailing nachhaltiger wirksam sein. Was ich damit meine? Hierzu erlaube ich mir Ihnen eine kleine Anekdote aus meiner Berufslaufbahn zu erzählen: vor einigen Jahren machte ich ein Mailing für ein Hotel aus Tirol in Süddeutschland. Das Mailing an sich hatte eine gute Responsequote. Das Hotel war sehr zufrieden. Begeistert waren sie jedoch, als noch ein Jahr später ein Gast mit dem Mailing in der Hand an der  Rezeption stand und meinte, er hätte dies hier mal zugeschickt bekommen und ist jetzt da. Eine Internetseite hätte dies nicht leisten können – gut gemachte Mailings werden oft, ähnlich einem Prospekt, über lange Zeit hinweg aufbewahrt. Dies bestätigen Verbraucher in Umfragen immer wieder.  

Wichtig sind jedoch, nach wie vor, die drei W’s: wem, was, wann!

Davon ausgehend, dass der Erfolg eines Mailings zu ca. 80 Prozent von der richtigen Auswahl der Empfänger, also dem ersten W (wem?) abhängt, sollte diesem Kriterium viel Aufmerksamkeit gewidmet werden. Das schönste Mailing nutzt gar nichts, wenn es den Empfänger einfach nicht interessiert. Hier gilt also ganz klar „Klasse“ statt „Masse“! Lieber also nur wenige Empfänger mit einem Wintermailing beschicken, bei denen man sich sicher ist, dass das Thema auch interessant ist, als Hundertausende zu beschicken, von denen für einen Großteil ein Winterurlaub niemals in Frage käme. 

Das zweite W (was?) kommt bei der Gestaltung des Mailings hinzu. Das beginnt schon beim Cover. Was sieht der Gast als Erstes, wenn er den Briefkasten öffnet? Kann er mein Mailing direkt thematisch zuordnen – und zwar ohne viel lesen zu müssen? Die Entscheidung, ob das Mailing mit in die Wohnung genommen oder direkt im Hausmüll am Briefkasten landet, wird innerhalb weniger Sekunden getroffen. Da ist nicht viel Zeit zum Lesen. Ein stimmungsvolles Bild, passend zum Thema und EINE knackige Headline, die zum Weiterlesen animiert sind hier entscheidend. Und was sollte den Leser dann im Mailing erwarten? Auch hier gilt: viel Zeit bleibt einem nicht, um seine Botschaft zu vermitteln. Aus diesem Grund sollten die Texte eher knapp gehalten werden. Besser ist es gute Bilder sprechen zu lassen. Eine gute, logische Struktur hilft dem Leser ebenfalls sich schnell zu orientieren. Mein Tipp: zeigen Sie jedes Mailing vor Druckfreigabe einer unbeteiligten Person (am besten aus der Zielgruppe) und fragen Sie einfach wie ansprechend es ist! Ist der Text zu lang oder genau richtig? Versteht man worum es geht? Was soll der Leser als nächstes tun? Macht ihr Mailing Lust auf mehr? Im Grunde sollte ihr gesamtes Mailing nach der klassischen AIDA Formel aufgebaut sein:  Mailing_Golf

  • Attention (Aufmerksamkeit) – Die Aufmerksamkeit des Gastes wird angeregt.  

 

  • Interest (Interesse) – Er interessiert sich für das Produkt. Das Interesse des Gastes wird erregt.  

 

  • Desire (Verlangen) – Der Wunsch nach dem Produkt wird geweckt. Der Besitzwunsch wird ausgelöst.  

 

  • Action: der Gast bestellt Ihren Prospekt

 

Um den letzten Punkt, die Action auszulösen, ist meist ein gutes, knackiges Beispielangebot dienlich. Und auch hier gilt: kann sich der Gast etwas darunter vorstellen? Phrasen wie z.B. „inklusive aller unserer Top- Inklusivleistungen“ versteht niemand. Ihr Angebot sollte in jedem Fall nur wirklich relevante und für jeden verständliche Bausteine beinhalten.

 Um dem dritten W (wann?) gerecht zu werden, empfehle ich das kostenfreie Google-Tool insight search (http://www.google.com/insights/search/). Hier kann in Zeitreihen das Suchverhalten der Deutschen nach bestimmten Themen analysiert werden. Meistens suchen die Gäste nach bestimmten Themen Jahr für Jahr zum gleichen Zeitpunkt. Und dieses Wissen sollte man sich zunutze machen und seine Mailings zeitgerecht aussenden. Manchmal wundert man sich, wann die Deutschen nach welchen Themen am häufigsten suchen!

Begleitende Maßnahmen wirken wie ein Verstärker!    

Wenn Sie dann also das perfekte Mailing der richtigen Zielgruppe zum besten Zeitpunkt senden, gibt es natürlich immer noch Dinge, die das Ganze noch besser machen. Das Zauberwort heißt hier „Cross-Media“. Die Wirkung eines Mailings kann nochmals verstärkt werden, wenn dieses mit anderen Medien kombiniert wird. Schlagen Sie doch einfach zwei Fliegen mit einer Klappe und halten Sie die Informationen im Mailing kurz, aber locken Sie ihre Leser mit dem Versprechen auf ausführlichere Infos auf Ihre Website und erhöhen Sie so ihren Traffic. Auch eine Kombination mit einem Printmedium ist sinnvoll: stellen Sie sich vor, Ihre Gast liest „zufällig“ beim Arzt in einem relevanten Magazin einen schönen Artikel über Ihre Region und erhält wenige Tage später ein Mailing von Ihnen. Da ist die Aufmerksamkeit ganz sicher auf Ihrer Seite. Oder wie wäre es mit der Schaltung von Radiospots, Anzeigen, Plakaten in Reichweite Ihrer Leser (falls Sie nur regional aussenden)? Ihrem Ideenreichtum sind hier kaum Grenzen gesetzt!

Der Versand von Mailings lohnt sich also auch noch im Zeitalter des Internets. Wichtig ist nur, ein paar grundlegende Dinge zu beachten. Tut man dies, so kann man viel Aufmerksamkeit, die im besten Fall auch nachhaltig aufbewahrt wird, erreichen.

 Die Autorin ist seit 2003 bei der Österreich Werbung in Deutschland beschäftigt. Sie ist ausgebildete Fachwirtin für Direktmarketing und darüber hinaus Texterin & Konzeptionerin. Yvonne Beckers hat mehr als zehn Jahre praktische Erfahrung im Konzipieren und Durchführen von Direkt Marketing Aktionen gesammelt. Ihr Wissen gab sie bereits im Rahmen zahlreicher Direktmarketing Workshops und Vorträge weiter.



 Yvonne Beckers am 17.02.2011  

„Die Hochkultur hat ihr Monopol verloren“

Dies verlautbart die Stiftung für Zukunftsfragen in Deutschland im Jahr 2003. Die Kultur hat nun viele Gesichter: sie umfasst für 69 Prozent der Deutschen auch populäre Unterhaltungsangebote mit ein, wie z.B. Kino, Musicals und Pop-Rockkonzerte (lt. Untersuchung des BAT Freizeit und Forschungsinstituts).

Alles ist möglich – die Verbindung von Klassischem und Modernem, Ernstem und Unterhaltsamen. Kultur darf und muss für die Mehrheit der Bundesbürger vor allem erlebnisreich sein. Die neuen Kulturschaffenden sind somit zum Beispiel Liedersänger, Straßenkünstler, Kabarettisten, Popsänger und Kinostars.

Laut dem Soziologen Prof. Dr. Thomas Heinze gibt es zwei herausstechende Charaktere unter den deutschen Kulturgästen:

  • Der klassischer Kulturtourist: Er zeichnet sich durch die schonende Nutzung kulturhistorischer Elemente und Relikte aus. Er benötigt keine zusätzliche Inszenierung. Bsp. Besichtigung alter Kulturstätten, Konzerte, Museen, etc.
  • Der erlebnisorientierter Kulturtourist: Er möchte Anlässe zu Gefühlen besonders positiver Bedeutung mit bleibendem Erinnerungswert. Er möchte auf Knopfdruck interessante, faszinierende Erlebnisse haben. Bsp. Kultur, die in ungewöhnlichen Räumen geschaffen wird – Opernsänger im Fußballstadion, Ausstellungen und Festivals in ausgedienten Kohleförderanlagen, etc.

Für die Zielgruppe der Österreich Werbung, die Established Postmaterialists,  ist die Kultur im Alltag ein wichtiges Thema. Sie weisen einen hohen Bildungsgrad auf und sind meist kulturell sehr gebildet und interessiert. Im Bereich der Haupturlaubsreisen nimmt die reine Kulturreise mit bis zu 5 Prozent der Reisen einen überdurchschnittlichen Wert (verglichen mit Gesamtdeutschland) ein. Bei den Kurzreisen (2 bis 4 Tage) nimmt die reine Kulturreise sogar bis zu 9 Prozent ein.

Betrachtet man den demografischen Wandel in Deutschland, so kommt man nicht um die ältere Generation herum. Laut einer Erhebung der GFK ist für diese Zielgruppe das Thema Kultur besonders wichtig im Urlaub. Zudem geben die Älteren mehr pro Reise aus und verreisen auch gerne länger. Da sie nicht mehr an Ferienzeiten gebunden sind, entfällt hier die übliche Saisonalität.

Im Urlaub ist die Kultur allen Deutschen wichtig. Sie ist jedoch nicht das Hauptargument für den Urlaub. Die Kultur wird immer im Zusammenhang mit anderen Urlaubsaktivitäten gesehen. Die beliebtesten Urlaubsaktivitäten deutscher Österreich-Urlauber (Sommer) sind der Aktiv-Urlaub, der Erholungsurlaub und der Wander-Bergsteigerurlaub.

Unsere Empfehlung zur Gestaltung eines optimalen Kulturangebotes lautet daher, das Thema Kultur als Bestandteil der Reise anzubieten. Die Themen Wein und regionale Spezialitäten sollten stets eine Rolle spielen. Eine gute Kombination kann z.B. ein Erholungsurlaub mit kulturellen und kulinarischen Highlights sein. Wichtig ist, dem Gast genügend Spielraum zur freien Entfaltung zu lassen. Laut den Experten der deutschen Reiseanalyse werden die Urlaubsgäste in Zukunft nicht mehr einfach nur eine Art von Urlaub verbringen (z.B. Wanderurlaub), sondern gerade die Kombination verschiedener Tätigkeiten in einem Urlaub wird immer wichtiger.

Ein weiterer Knackpunkt für Österreich ist die Tatsache, dass unser Land beim deutschen Gast ein wenig unter einem „alter Schuh“-Image leidet. Der Gast meint, alles schon gut genug zu kennen und hat das Gefühl nichts Neues mehr entdecken zu können. Aber gerade das ist eines der wichtigsten Kriterien bei der Urlaubsauswahl für die gebildete Schicht in Deutschland. Der deutsche Urlauber wünscht sich direkt vom Gastgeber echte Geheimtipps, wie z.B. wo es heute Abend den besten Saibling zu essen gibt, den besten Wein zum Verkosten, den schönsten Ausflugtipp. Also alles abseits dessen, was die bunte Prospektwelt zeigt. Er möchte das Gefühl haben, dass er echte Insider Tipps bekommen hat.

Unser Tipp für Sie in Kürze: Bieten Sie dem Gast Abwechslung, seien Sie greifbar und zeigen Sie ihm die Geheimtipps ihrer Region!



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 Yvonne Beckers am 20.10.2010  

Macht Österreich glücklich – und wenn ja, wie?

Morgens um halb sieben. Aufstehen, ins Bad schleppen, dann ab in die Küche auf einen Kaffee. Da piepst es schon das erste Mal: 10 neue Mails seit letzter Nacht um 0:30 Uhr. Eigentlich wollte ich doch noch einen Blick in die Tageszeitung werfen – ich kenn mich ja gar nicht mehr aus im Weltgeschehen! Meinem allgemeinen Wohnungschaos werde ich auch schon lange nicht mehr Herr, man findet ja nichts mehr. Aber gestern Abend zwischen Geschäftsessen, letzten Mails lesen und nebenbei noch am Geschäftsbericht basteln, blieb dafür wieder mal keine Zeit. Und die Familie würde eigentlich auch gerne mal wieder mehr Zeit mit mir verbringen – aber alles geht nicht – ich lauf schon auf mindestens 150 Prozent!

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Das ist leider Alltag heutzutage. Die chronische Zeitnot unserer modernen Welt macht uns zu hektischen, unausgeglichenen Menschen. Ständig im Einsatz mittels E-Mails, Mobiltelefon, Facebook, etc. können wir uns den Luxus der Achtsamkeit und Tiefe im Umgang mit unseren Mitmenschen nicht mehr leisten. Doch genau das ist uns Menschen ein Grundbedürfnis. Das Streben nach persönlichem Glück und tiefgreifenden Beziehungen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Und genau auf dieses Pferd setzen nun auch viele Tourismuswerber.

Aber was ist das eigentlich „Glück“?

GipfelJeglicher Versuch einer allgemeingültigen, wissenschaftlichen Definition ist bisher fehlgeschlagen – es handelt sich nämlich um ein höchst individuelles Gefühl. Es wird rein physisch durch das Vorhandensein diverser Botenstoffe hervorgerufen. Ob und in welchem Maße wir auf diese Botenstoffe in unserem Körper zurückgreifen können hängt eng mit unserer individuellen, genetischen Ausrüstung, den Eigenheiten der individuellen Hirnentwicklung (prä- und postnatal), sowie den persönlichen Erfahrungen und psychosozialen Einflüssen zusammen. Also nicht sehr vielen Faktoren, die wir als Tourismuswerber beeinflussen könnten.

Möchten wir aber unseren Urlaubsgästen das Glück auf Erden ein wenig näher bringen, so müssen wir uns erst einmal im Klaren darüber sein, über welche Form des Glücks wir reden. Glück reicht vom „zukünftig zu erwartenden Glück“ über das „momentan empfundene Glück“ bis hin zu einer „zeitlich überdauernden Grundgestimmtheit“. Letzteres können wir unseren Urlaubsgästen nicht bescheren – das sollten wir daher auch nicht versprechen. Schwer genug ist es schon ein „momentan empfundenes Glück“ zu erzeugen. Ist dies doch stark von der persönlichen Konstitution des Gastes abhängig – der eine ist schnell zufrieden zu stellen, bei dem anderen beißt man sich regelrecht die Zähne aus.

Die Hauptaufgabe ist es daher das „zu erwartende Glück“ in der Tourismuswerbung aufzugreifen. Die Universität Rotterdam bestätigt dies mit einem Forschungsergebnis, das besagt, dass das Glücksgefühl am stärksten vor dem Urlaub ist. Im Urlaub ist es bereits abgeschwächt und danach hält es kaum mehr als zwei Wochen an.

Doch wie genau löst man diese Form des Glücks aus?

Eigentlich ganz einfach: wir geben dem Menschen das zurück, was er am meisten vermisst – den Menschen! Durch unsere Fähigkeit der Empathie sind wir in der Lage Glücksmomente nachzuempfinden, die andere Menschen auf Bildern jeglicher Art (gemalt, fotografiert, bewegte Bilder) erleben. Man spricht hier auch vom spiegeln der Emotionen. Zeigen wir also dem Gast ein Bild von glücklichen Menschen vor Ort im Urlaub, so ist er in der Lage dieses Glück zu spiegeln und es (in leicht abgeschwächter Form) selbst zu erleben.

Aber Vorsicht! Der Mensch lässt sich nicht so leicht überlisten – gestellte Bilder werden schnell als solche erkannt. Der gewünschte Effekt der Spiegelung bleibt in Gänze aus. Authentizität ist also gefragt. Beliebte Motive sind z.B. staunende Kinderaugen, vertraute Gespräche zwischen Freunden und/oder Liebenden, harmonische Landschaften (keine Photoshop-Montagen), Vorfreude (z.B. kurz vor dem Sprung in einen herrlichen See).

In unseren Texten sollten wir dem Gast versprechen, dass er sich im Urlaub endlich mal all der kleinen Dinge widmen kann, die er sonst immer vernachlässigen muss. Vielleicht möchte ihr Gast gerne mal im Sommer Beeren sammeln gehen und unter Anleitung eine eigene Marmelade einkochen, die er mit nach Hause nehmen kann? Sparsam sollte man jedoch mit zu vielen Events sein – das kann schnell wieder das ungewünschte Gefühl von Stress auslösen. Das wichtigste Ziel, welches man in allen Texten und Bildern stets vor Augen haben sollte, ist das Herzeigen intakter, zwischenmenschlicher Beziehungen. Und natürlich das Versprechen genügend Zeit für diese zu haben.

Sommerglücksmomente

Die Österreich Werbung Deutschland widmet sich daher ausführlich den Sommerglücksmomenten. Mit authentischen Darstellungen faszinierender Landschaften, sowie der Begegnungsqualität zwischen Gast und Gastgeber soll den Gästen ein sinnstiftendes, „Glück erfahrbares“ Österreich gezeigt werden. Ziel soll es sein, Momente darzustellen, die frei nach Herrn Goethe so schön sind, dass sie verweilen mögen.



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 Yvonne Beckers am 26.09.2010