Glücksforschung war früher ein belächelter Exot, ist aber mittlerweile in der Volkswirtschaft angekommen. Man macht sich Gedanken, wie sich der Fokus “quantitatives Wachstum” auf unsere Befindlichkeit und Gesundheit auswirkt. Prof. Ruckriegel, vormals Ökonom, heute Forscher in Sachen Glück an der Georg-Simon-Ohm
– Hochschule in Nürnberg, hat beim ÖWork_Shop im September darüber gesprochen, welchen Beitrag Erkenntnisse aus der Glücksforschung zum Thema Urlaub leisten können.
Grundsätzlich beschäftigt sich die Glücksforschung mit subjektivem Wohlbefinden, wovon es 2 Arten gibt: emotionales und kognitives. Ersteres ist die Gefühlslage im Moment – wie geht es mir gerade? Das zweite ist Glücklichsein als dauerhaftes Gefühl, als Grad der Zufriedenheit mit dem Leben. Hier findet eine Abwägung statt, zwischen dem, was man will und dem, was man hat. Entscheidend ist dabei natürlich, dass einem bewusst ist, was man hat. Bei weltweiten Glücksrankings stehen Nationen wie Bangladesh an vorderster Front. Glücksgefühle können also nicht ausschließlich etwas mit “Haben” zu tun haben.
Wie entstehen Glücksmomente und nachhaltiges Glück im Urlaub?
Urlaub zu haben bedeutet nicht (mehr) automatisch Glücklichsein. Beim Urlaub geht es laut Prof. Ruckriegel sehr viel um gelingende soziale Kontakte. Daraus folgt für die Gastgeber, dass die Aufmerksamkeit und Freundlichkeit, die sie den Gästen entgegenbringen, echt/authentisch sein muss. Und das ist nur der Fall, wenn die Gastgeber gerne Gastgeber sind, d.h., wenn sie selbst glücklich / zufrieden sind.
Um Glücksmomente erfahren zu können ist Achtsamkeit wichtig, sich dessen bewusst zu sein, was ist, wenn es ist. Glücksaktivitäten können bewusst gemacht und trainiert werden. Einige Beispiele: Dankbarkeit üben, Grübeleien und soziale Vergleiche vermeiden, Hilfsbereitschaft stärken. Falls Ihnen das zu tugendhaft ist, beleuchtet der Harvard Business Manager den Zusammenhang zwischen Glücklichsein und Erfolg (“Glücklichsein im Job – so werden Sie zufriedener und dadurch erfolgreicher”, April 2012, Leseprobe und Bestellung).
“Glück findet sich nicht mit dem Willen oder durch große Anstrengung. Es ist immer schon da, vollkommen und vollendet, im Entspannen und Loslassen.” ( Gendün Rinpoche)
Waren Sie heute schon (un)glücklich? Entspannen und Loslassen!
Den Vortrag von Prof. Ruckriegel beim ÖWork_Shop vom September 2012 zum Thema “„Ankommen und aufleben. Wie Sie Ihre Gäste nachhaltig glücklich machen.“ können Sie hier nachlesen: “Was bedeutet nachhaltiges Urlaubsglück?”

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