Neues aus der Trendforschung

Bei uns in der Tourismusforschung ist Ruth Rosendorf für die Trends zuständig. Aber eigentlich sind wir alle für Trendbeobachtung verantwortlich, und so macht das auch Sinn. Trends beobachten, Ableitungen für den Tourismus treffen, nach vorne schauen und Entwicklungen antizipieren ist eine Herausforderung, die immens wichtig ist, aber häufig im Alltagsgeschäft zu kurz kommt und meistens auf der Agenda weit hinten gereiht ist. In Wahrheit ist jeder ein Trendbeobachter, man ist sich dessen vielleicht nicht immer so bewussst. Wenn man sich im Thalia die Bestsellerlisten anschaut, und feststellt, dass die Bestseller von Wandern, Pilgern und Selbstfindung handeln, hat man unter Umständen bereits einen Trend gesichtet.
Wir gehen natürlich bei der Recherche und der Trendverdichtung systematischer vor, aber im Prinzip speist sich die Trendforschung neben der reinen Zahlenauswertung und Studienrecherche aus Beobachtungen und internen Diskussionen. Dazu veranstalten wir z.B. alle zwei Wochen interne moderierte Brainstormingmeetings zu ausgewählten Trendthemen. Am Ende sollte bei der Analyse allgemeiner Trends immer der Versuch stehen, konkrete Ableitungen für den Tourismus zu treffen. Es ist jedem Touristiker geraten, solche internen Trenddiskussionen im eigenen Haus von Zeit zu Zeit durchzuführen. Es gibt nämlich nicht nur inhaltlich wertvollen Input, sondern regt die Mitarbeiter zu kreativen Gedankenspielen an und ist eine wirklich motivierende Abwechslung zum operativen Alltag.

Einige Ergebnisse der bisherigen Arbeit von Ruth finden sich in unserer Rubrik Trends. Gestern ist der neue Trendletter “Trends on Tour” von Ruth erschienen und sie hat die Website-Bereiche Lebenswelten, Mobilität und Nachhaltigkeit mit Leben gefüllt. Für Touristiker sei vor allem ihr Bericht zu den Sommertrends als Lektüre empfohlen.

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 Holger Sicking am 30.06.2010