Vor 10 Minuten endete die Veranstaltung des ADAC mit der Präsentation der Ergebnisse des ADAC Reisemonitors und ich versuch mal die wichtigsten Punkte hier zusammenzufassen:
Der Deutsche ADAC Verlag erhebt seit 1995 Daten zum Urlaubs- und Reiseverhalten der Deutschen. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die 16,5 Millionen ADAC Mitglieder in Deutschland. Man muss also einschränkend erwähnen, dass die Ergebnisse nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sind, sondern für die ADAC-Mitglieder. Insgesamt wurden im Dezember 2009 4.000 private Haushalte befragt. Die Urlaubsreisen bei der ADAC Studie beziehen sich auf Reisen mit einer Mindestdauer von 5 Tagen. Die komplette Studie findet man gratis im Internet unter www.media.adac.de.
Gemäß ADAC haben 35,5 Mio. Deutsche mindestens eine längere Urlaubsreise unternommen. Der Gesamtumsatz für Reisen ins Ausland betrug 2009 52 Milliarden Euro. Das Reisejahr 2009 schloss mit einem Minus von 6,2% ab, vor allem durch eine starke Abnahme bei den Fernreisen. Insgesamt haben 66% der Deutschen mindestens eine längere Urlaubsreise unternommen.
Leichter Optimismus scheint für 2010 angesagt. 65,3 Prozent planen mindestens eine längere Urlaubsreise in 2010. Dieser Wert liegt mit +1,2% leicht über dem Wert vom Vorjahr.
Vor allem die Fernreisen dürften gewinnen. Während die Planungen für einen Urlaub in Europa stagnieren und die Planung für einen Urlaub innerhalb Deutschlands um 10% zurück gehen, nimmt die Planung für Fernreisen um fast 18% zu. 55% der Deutschen planen einen Urlaub ins europäische Ausland. Italien und Spanien führen die Liste der beliebtesten Auslands-Destinationen an, dann folgt allerdings bereits Österreich auf dem 3. Rang mit 6,7% Planern. Türkei und Griechenland folgen auf den Rängen. Zu den Gewinnern für 2010 zählen das Spanische Festland, Kroatien und Dänemark. Österreich wird mit einem negativen Vorzeichen geführt, allerdings vor Südtirol und der Schweiz.
Die Frage, ob die Krise in Bezug auf Urlaubsreisen aus den Köpfen ist kann nicht abschließend beantwortet werden, aber die Sparneigung bei den Deutschen Touristen hat laut den Ergebnissen abgenommen. 66% gaben an, beim nächsten Urlaub nicht zu sparen.
In Bezug auf die Reisedauer wurde erwähnt, dass der einwöchige Urlaub kontinuierlich über die Jahre zunimmt vor allem zu Lasten der dreiwöchigen Reisen. Das Frühjahr gewinnt als Urlaubsreisezeit gegenüber dem Herbst. Es wurde allerdings auch gesagt, dass gerade für die Reisen innerhalb Deutschlands eine Entzerrung der Saisonalität sehr schwierig ist.
Knapp 2/3 organisieren ihre Reise selbst. Ganz über Reisebüro buchen 29 Prozent. Die Teilbuchung nimmt im Laufe der Jahre wieder ab.
Laut ADAC sind für deutsche Urlauber das Meer (47%) und die Berge (19%) die beliebtesten Urlaubsregionen.
Ein Schwerpunkt der Analyse liegt auf der Untersuchung von Auswahlgründen für die Urlaubsdestinationen. Landschaft und Natur dominieren bei den Auswahlgründen. Es wurde hervorgehoben, dass das Länderimage mitentscheidend bei der Auswahl der Destination ist. Hier geht es vor allem um die Gastfreundlichkeit und Charakteristik bei der Auswahl. Wichtige Entscheidungsgründe für Urlaub in den Bergen sind die schöne Landschaft, gute Erholung, Erreichbarkeit mit dem Auto, gastfreundliche Menschen und viele Wanderwege. Die häufigsten Urlaubsaktivitäten in den Bergen sind Wanderungen, Ausflüge, Zusammensein mit Freunden, Kontakt mit Einheimischen und der Besuch von guten Restaurants. Auch ein Gefühl von Heimat wurde als wichtig erkannt (man spricht deutsch, Essen wie zu Hause). „Man ist im Urlaub, man fühlt sich aber auch zu Hause“.
Überproportional wächst die Nachfrage nach Wellness, anspruchsvoller Unterhaltung und Weiterbildung (Sprachen, Kunst, Handwerk). Die Nachfrage geht also eher in Richtung qualitativ hochwertiger Urlaub mit etwas höherem Anspruch als in früheren Jahren. Wellness ist aber kein Grundmotiv für längere Urlaubsreisen. Zu diesem Ergebnis kam der ADAC im Zuge mehrerer Gruppendiskussionen mit Urlaubern.
Nischensegmente, die momentan stärker wachsen sind Kreuzfahrten (zwar noch kleiner Markt, aber hohes Potenzial bei jüngeren Leuten). Als zweiter Wachstumsmarkt bei den Deutschen wurden Campingurlaube ausgemacht. Das Interesse über die letzten zwei Jahre konnte relativ stark steigen. Als Beweggründ wurde die Suche nach neuen Eindrücken bei Kreuzfahrten und das Preisbewusstsein bei Camping genannt.
Für 2010 sei noch erwähnt, dass die Entscheidungen für einen Urlaub im Vergleich zu den Vorjahren immer später fallen. Das macht natürlich Prognosen immer schwieriger und die Arbeit von Touristikern sicher nicht leichter. Die Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Lage der Deutschen Befragten ist bei der Erhebung im Dezember 2009 im Vergleich zum Vorjahr besser geworden. Von dieser Seite also ein positives Signal für 2010. Erfreulich ist die konstant hohe Quote der regelmäßig Reisenden. Die Deutschen lassen sich laut den Ergebnissen auch weiterhin die Lust am Reisen keinesfalls vermiesen.
Tags: Analyse, Deutschland, Marktforschung, Studie


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