Reise-Communities von Touristikern – quo vadis?

Ich gebe es ja zu: touristisch-motivierten Communities von Tourismusorganisationen stehe ich durchaus kritisch gegenüber. Der Grund: 21 Millionen wöchentliche User von TripAdvisor (die exakte Zahl steht wöchentlich aktualisiert auf deren Website) stehen gerade 481 registrierten Usern auf Coolaustria gegenüber.

Coolaustria

Die von Blogger-Kollegen jüngst hochgelobte Community von Schweden hat nach einem Jahr immerhin über 4.000 registrierte Mitglieder. Ich hatte unlängst die Gelegenheit mit dem Projektleiter zu diskutieren – die Schweden setzen dabei ein Vielfaches unserer Investionen ein, vor allem jede Menge Personal-Ressourcen, Werbe-Budgets und Integrations-Aktionen auf deren internationalem Web-Portal.

Die Kollegen aus dem hohen Norden Europas glauben an die Idee – ich nicht. So nun die Frage: Quo vadis Ö-Communities wie Alpenglühen oder der salzburgischen Initiative One Big Park? Meine Meinung: Österreich ist einfach zu klein für eigene Reise-Online-Netzwerke … Wir schauen uns die Entwicklung von Coolaustria noch bis Ende 2009 an, aber wenn nichts ungewöhnliches damit geschieht schaut die Zukunft unserer eigenen Initiative (umgesetzt hat es ja ein Partner) wohl eher nicht rosig aus …

Der Grund: es entsteht dem User schlichtweg zu wenig Nutzen er investiert Zeit, Geduld beim Registrieren und jede Menge Energie beim Erzählen seiner Erfahrungen in einer Community eines einzigen Landes, einer Destination. Und das nächste Mal urlaubt er im Nachbarland oder ein Tal weiter und dann registriert er sich nochmals, schreibt er erneut die “tollsten” Dinge, quasi geht das ganze Procedere in deren Community nochmals los … – nein, das funktioniert nicht.

Aber etwas das funktioneren kann habe ich unlängst im Springwise-Blog entdeckt:

podhotel

Ein Hotel lädt Gäste VOR deren Urlaub in eine Community ein um sich mit Gästen zu vernetzten, die zur gleichen Zeit die schönsten Stunden des Jahres im selben Hotel verbringen. Podhotel heisst die Hotelgruppe und die Idee ist genauso simpel wie genial:

Nach der Buchung erhält der (baldige) Gast eine E-Mail mit Link zu PodCulture-Community und einem user ID-Code. Dieser Code erlaubt ihm sein Profil für ein “Mini-Blog” einzurichten und mit anderen Gästen zu kommunizieren.
Kategorien wie “Drink with Me,” “Eat with Me,” “Shop with Me” and “Go Out with Me,” sind in Monaten “aufgelistet” und geben Gästen die Möglichkeit vor dem Urlaub schon zu “Gleichgesinnten” Kontakt aufzunehmen die gleichzeitig Ihren Urlaub im Pod-Hotel verbringen. “Coming from London” and “Having some drinks and a fun party,” waren die Titel der Interaktionen unter den letzten Einträgen.

Gute und alternative Idee – statt Erfahrungen und Erlebnisse in Reise-Communities von sich zu geben geht es womöglich künftig darum sich VOR der Reise mit jenen zu vernetzen die ähnliche Urlaubsinteressen oder Freizeit-Aktivitäten im Urlaub schätzen. Geniale Idee und für Hotels aber auch Destinationen simpel umsetzbar. One-Big-Park geht ohnehin ein wenig in diese Richtung, vielleicht schaffen es ja die KollegInnen aus dem SalzburgerLand ein europäisches Vorzeige-Modell zu kreieren …



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 Österreich Werbung am 18.10.2008